Fast eine Weltkulturstadt

Seit dem 8. Juli dürfen sich 14 Festungsstädte in Frankreich mit dem Titel "Weltkulturerbe" schmücken. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass alle Festungen vom französischen Baumeister Vauban erbaut worden sind. Vauban war auch der Architekt der Festung Mont Royal in Traben-Trarbach. Die Stadt hofft, als eine von zahlreichen "Vauban-Städten" von der werbewirksamen Auszeichnung profitieren zu können.

Traben-Trarbach. (sim) Traben-Trarbach - eine Weltkulturstadt? Wäre die gigantische, 50 Hektar große Felszitadelle nicht bereits zehn Jahre nach ihrem Bau gesprengt worden, dürfte sie sich womöglich mit diesem Prädikat schmücken - ebenso wie Longwy, Besançon, Neuf-Brisach und elf weitere französische Städte. Diese hat die Unesco im Juli dieses Jahres in das Weltkulturerbe aufgenommen.

Seitdem interessiert sich vor allem die französische Öffentlichkeit verstärkt für Vauban und seine 160 Bauwerke. Mitte Juli waren Reporter und Kameraleute eines französischen Fernsehsenders einen ganzen Tag in Traben-Trarbach. Die Stadtbeigeordnete Monika Boor-Caspari und die Mont-Royal-Experten vom Verein Traben-Trarbach Aktiv (TTA), Peter Sündermann und Jochen Niedersberg, sowie der Leiter des Mittelmoselmuseums, Christof Krieger, erläuterten den Franzosen die von Vauban Ende des 17. Jahrhunderts erbaute größte Festung Europas.

Neuer Themenweg lockt Gäste und Einheimische



Bereits im März besichtigte eine Gruppe von 18 Vauban-Experten unter der Leitung von Professor Ingo Eberle und Anja Reichert von der Universität Trier Traben-Trarbach, um sich ein Bild vom Zustand der Festungsruine zu machen.

Das Interesse an der Festung Mont Royal ist 310 Jahre nach ihrer Sprengung wieder gewachsen. "Mit der Aufnahme von 14 französischen Vauban-Städten als Weltkulturerbe findet auch der Mont Royal zunehmend Beachtung. Die Neugier ist geweckt", sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus.

Aber nicht nur Vauban-Experten wissen um die Bedeutung der ehemaligen Festung Mont Royal. Immer mehr Einheimische und Touristen finden den Weg auf das Hochplateau, das von drei Seiten von einer der imposantesten Moselschleifen umgrenzt wird. Seit wenigen Wochen führt ein beschilderter Themenweg rund um die Festungsruine. Dieser wurde maßgeblich vom Verein TTA realisiert (der TV berichtete). Auf 20 Informationstafeln steht Wissenswertes über die Architektur und Geschichte der Festung. TTA hat ferner aus eigenen Mitteln eine Überdachung über einen Wehrgang gebaut und zahlreiche Fußpfade wieder begehbar gemacht.