Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken: Wittlich bekommt KFC

Neues Restaurant : Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken will nach Wittlich

Die Schnellrestaurant-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) möchte in der Kreisstadt eine Filiale bauen. Das sorgte im Bauausschuss der Stadt für Diskussionen.

Die Säubrennerstadt bekommt etwas, das Trier, Bitburg und die anderen Städte der Region bislang noch nicht haben: Die Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) streckt ihre Flügel aus und möchte nun in Wittlich eine Filiale bauen.

Ein neues Schnellrestaurant der auf Geflügel spezialisierten Restaurantkette mit Sitz in Louisville in Kentucky  (USA) soll ganz in der Nähe des McDonald’s-Restaurant in der Justus-von-Liebig-Straße entstehen. KFC hat dort das Grundstück gekauft, auf dem seit geraumer Zeit marode Gebäude auf ihren Abriss warten. Seitdem das Technische Hilfswerk (THW) 2015 von dort in die Rudolf-Diesel-Straße umzog, liegt das Areal brach. Auf einem Teil des Grundstücks soll zudem die Zufahrt zum geplanten Industriegebiet  III Nord gebaut werden (der TV berichtete).

KFC möchte dort laut TV-Informationen ein Restaurant mit 73 Sitzplätzen im Innenbereich und 23 Sitzplätzen auf einer Außenterrasse schaffen. Dazu sollen am Gebäude drei Drive-in-Schalter geschaffen werden, an denen sich Kunden ihre Bestellungen direkt durch das Autofenster abholen können, ohne den Wagen dafür verlassen zu müssen. Möglicherweise hofft KFC da auf viele amerikanische Gäste von der Airbase Spangdahlem, die mal schnell mit ihrem Wagen für eine Portion frittierter Hähnchenflügel nach Wittlich düsen.

Der Bauausschuss diskutierte das Bauvorhaben eines Investors auf seiner jüngsten Sitzung im Stadthaus Wittlich. Obwohl es sich nur um eine Mitteilung seitens der Verwaltung handelte und auch gar kein Beschluss vonnöten war, um das Vorhaben voranzubringen oder abzulehnen, hatten die Ausschussmitglieder reichlich Diskussionsbedarf.

Werbeturm Viele Mitglieder des Gremiums schockiert vor allem ein Baukörper, der neben dem Restaurant entstehen und ganze 30 Meter in die Höhe ragen soll, damit man ihn auch von der Autobahn A 1 sieht: Es geht um einen „gigantischen Turm“, wie Ausschussmitglied Stephan Lequen ihn bezeichnete. Das Unternehmen möchte auf der Turmspitze eine zehn mal fünf Meter große Werbetafel platzieren. „Von der Höhe des Turmes und auch der Größe der Werbetafel bin ich schockiert“, sagte Lequen. Doris Mann-Backes (SPD) fragte, ob die KFC-Reklame somit höher als der Wittlicher Kirchturm werde? Im Ausschuss war man sich jedoch einig, dass das nicht der Fall sei.

Der Werbeturm, sagte Lequen, werde jedoch deutlich höher als der Schornstein der Ideal-Standard-Werke. Solche gigantischen Werbetürme bei Fast-Food-Restaurants seien zwar mittlerweile in vielen Gewerbegebieten gang und gäbe, sagte Lequen, „aber schön ist das nicht“. Wie Bürgermeister Joachim Rodenkirch erklärte, habe die Verwaltung die geplante Höhe für das Bauwerk geprüft: Einen Turm mit Werbetafel dieser Größenordnung dort zu errichten sei erlaubt, sagte er. Man könne allenfalls nochmal mit dem Investor das Gespräch suchen. Wie Bauamtsleiter Hans Hansen sagte, sei der Bau dieses Turms auch bereits mit dem Landesbetrieb Mobilität abgesprochen. Hansen: „Er muss von der Autobahn aus gesehen werden.“

Parkplätze Im Gegensatz zum geplanten Werbeturm, der  einigen Ausschussmitgliedern als zu hoch und überdimensioniert erscheint, bezeichneten mehrere Gremiumsmitglieder die vorgesehene Parkfläche des Fast-Food-Restaurants als deutlich zu klein bemessen. 27 Parkplätze für knapp 100 Sitzplätze: Reicht das aus? Und wenn nicht, wo würden sich KFC-Kunden in der Umgebung weitere Parkplätze suchen, wenn der Parkplatz des Fast-Food-Restaurants bereits voll wäre? Vielleicht auf der dort geplanten Zufahrt zum Gewerbegebiet? Das wäre äußerst ungünstig, war man sich im Ausschuss einig. Doch wie Bauamtsleiter Hans Hansen den Ausschussmitgliedern erklärte, sei das Restaurant mit drei Drive-in-Schaltern eher auf Kundschaft ausgelegt, die dort hinfahre, das Essen am Schalter entgegennähme und  gleich wieder wegfahre. In Anbetracht von knapp 100 Sitzplätzen erachten viele Ausschussmitglieder die Zahl von 23 Parkplätzen dennoch als zu gering. Denn der Konkurrent und künftige Nachbar McDonald’s, so war man sich im Ausschuss einig, habe schließlich weit mehr Parkplätze. Stadtplaner Thomas Eldagsen schlug schließlich vor, mit dem Investor den Bau weiterer Parkplätze zu besprechen, sofern dafür auf dem Grundstück weitere Flächen wie Grünstreifen zur Verfügung stünden.

Verfahren Generell aber kann der Bauausschuss keinen Einfluss auf den  Bauantrag nehmen, da sich das Vorhaben im Geltungsbereich eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans aus dem Jahr 1982 befindet. Die Pläne, die KFC für den Neubau vorgelegt hat, so Rodenkirch, lägen voll und ganz im Rahmen der Möglichkeiten, die der geltende Bebauungsplan biete.
„Das Vorhaben einschließlich der beantragten Werbeanlagen entspricht den Festsetzungen des Bebauungsplans.“ Aus planungsrechtlicher Sicht bestünden deshalb gegen das Bauvorhaben keine Bedenken, erklärte die Verwaltung. Für etwaige Änderungswünsche an der Planung wäre die Stadt also auf den guten Willen des Investors angewiesen.

„Wir werden mit dem Investor das Gespräch suchen und fragen, ob man das vielleicht etwas gefälliger und die Werbung nicht ganz so gigantisch groß hinbekommt“, sagte Rodenkirch. „Aber ich bin froh über diese Ansiedelung. Sie ist gut für den Standort Wittlich.“

Die Bauunterlagen wurden von der Verwaltung mit positiver Stellungnahme an die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde weitergeleitet.

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