Fastnacht, Festivals, Fußballspiele – Wo die Wittlicher Bereitschaftspolizei arbeitet

Kostenpflichtiger Inhalt: Serie Polizeiarbeit Teil 6 : Fastnacht, Festivals, Fußballspiele – Wo die Wittlicher Bereitschaftspolizei arbeitet

In Wittlich gibt es viele Polizeieinheiten, die es sonst in der Region an keinem anderen Standort gibt. In diesem Teil der TV-Serie geht es um die Aufgaben der Bereitschaftspolizei.

„Sie wollen mich mitnehmen? Wieso wollen Sie mich mitnehmen?“, fragt der Mann, der plötzlich im Türrahmen aufgetaucht ist. Er schaut hektisch zu den beiden Polizisten, die mit einigen Metern Abstand vor ihm stehen. „Ganz ruhig. Bleiben Sie stehen und nehmen Sie die Hände hoch“, sagt einer der beiden. Doch der Mann greift nach etwas, das man nicht genau erkennen kann. Bevor er die Beamten damit bedrohen kann, fallen mehrere Schüsse. Der Mann fällt zu Boden und bleibt liegen. „Sicherung steht!“, sagt einer der beiden Polizisten, danach läuft der andere vorwärts. „Okay, das war’s, kommt bitte rüber!“, ruft ein dritter Polizeibeamter und schaltet die Projektion des am Boden liegenden Mannes an der Wand aus. Die beiden Polizeischüler lassen ihre Übungswaffen sinken.

Nicht nur Polizeischüler nutzen den Schießstand der Polizei in Wittlich, sondern auch Polizeibeamte aus der Region, darunter zum Beispiel auch die Bereitschaftspolizei (Bepo). Die Polizisten der Bepo sind allerdings nicht nur in der Region unterwegs, sie können zu Einsätzen in ganz Deutschland gerufen werden. Robert Kirchen, Leiter des Schieß- und Einsatztrainingszentrums (Setz), sagt: „Es gibt hier in Wittlich in regelmäßigen Abständen Fortbildungen für Polizeibeamte. Das sind in unserem Einzugsgebiet ungefähr 1600 Polizisten, die zum Training herkommen.“

Kirchen erklärt, dass die Beamten, die der Bereitschaftspolizei angehören, zu verschiedenen Arten von Einsätzen gerufen werden. Darunter seien zum Beispiel Lagen, die man bereits vorher als risikoreich einschätzen kann – wie etwa manche Fußballspiele oder auch die Demo beim G20-Gipfel, der in Hamburg stattfand. Oliver Klein, stellvertretender Leiter der Technischen Einsatzeinheit (TEE), fügt hinzu: „Es kommt immer darauf an, wo man gebraucht wird, dadurch entsteht auch diese große Aufgabenvielfalt. Die Bepo ist häufig da, wo viele Menschen sind, wie zum Beispiel auch Rock am Ring, Nature One oder bei großen Fastnachtsumzügen.“

In der sogenannten Raumschießanlage in Wittlich halten sich die Beamten mit Schießtraining fit. Kirchen zeigt vom Kontrollraum aus auf die Wand, auf der gerade noch das Übungsvideo lief. „Das hier war zum Beispiel ein Einsatztraining, bei dem eine Festnahme simuliert wird.“ Das Ziel sei dabei immer, die Handlungssicherheit zu stärken, denn man wisse vorher nie, was einen erwartet.

In den Übungsräumen für das Schießtraining können die Polizisten sowohl mit Übungswaffen, die mit Lasertechnik und Geräuschimitationen funktionieren, aber auch mit ihren richtigen Dienstwaffen trainieren. Dazu gehören die Pistolen, die jeder Polizist im Holster trägt, aber auch die Maschinenpistolen, die jeder Streifenwagen seit einiger Zeit dabei hat, um im Ernstfall auch beispielsweise auf Terrorlagen entsprechend reagieren zu können.

Robert Kirchen sagt: „Was man so in Krimis an Schießtechnik sieht, entspricht allerdings nicht der Realität. In einer Notsituation muss es schnell gehen, sowohl das Ziehen der Waffe aus dem Holster als auch der Schuss auf die richtige Stelle. Wichtig ist aber: Wir trainieren auch das Nicht-Schießen.“ Außerdem sei sehr wichtig, dass die Beamten abends immer wieder gesund bei ihren Familien ankommen.

Mehr von Volksfreund