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"Faszination Mosel“: Projekt über Weinberge in Grundschulen

Heimat : „Komm mit in den Weinberg“

Die Regionalinitiative „Faszination Mosel“ und das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel starten ein Projekt über Weinberge in Grundschulen. Doch nicht nur die Kinder können davon profitieren.

Von Angelina Burch

Die Kinder einer Schulklasse der Grundschule Friedrichstraße basteln eifrig ein Geschicklichkeitsspiel aus einem Pappbecher und einem Schieferstein. Dabei wird jeder Becher individuell beklebt, zum Beispiel mit Schmetterlingen und Raupen. Danach versucht jeder sein Glück, den Stein in den Becher zu bekommen. Das alles passiert im Zusammenhang mit einem Projekt - doch worum geht es?

Der Hintergrund ist ein gemeinsames Projekt der Regionalinitiative „Faszination Mosel“ und des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel. Dabei bekommen Lehrer an Grundschulen eine Broschüre, mit der sie viele Inhalte über die Moselweinberge und die Biodiversität an die Grundschüler vermitteln können.

„Damals, als ich in der Grundschule war, hatten wir noch das Fach Heimatkunde“, erzählt Landrat Gregor Eibes, der auch der Vorsitzende der Regionalinitiative „Faszination Mosel“ ist. „Aber wie lernen die Kinder heute noch ihre Heimat kennen?“ Die Broschüre zu dem Projekt „Komm mit in den Weinberg“, mit denen Grundschüler in Zukunft vieles über die Weinregion lernen können, soll genau das ermöglichen.

Entwickelt wurde die Broschüre von Naturerlebnisbegleiterin Marlene Bollig und Sandra Griebeler vom Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Grundschulen. „Vor ein­einhalb Jahren ist die Idee dazu entstanden. Es gibt so viele Informationen für Grundschüler zum Wald und zu Bauernhöfen, aber nun mal nicht zu den Weinregionen. Diese Lücke wollten wir schließen“, sagt Bollig. „Auch jetzt in Corona-Zeiten wäre es schön, wenn die Wandertage wieder belebt werden würden, da sich generell viel im Freien aufgehalten wird.“ Außerdem seien die Erfahrungen, die sie aus Erlebnistagen mit Kindern in den Weinbergen hätten, bisher sehr positiv gewesen, ergänzt Griebeler.

Auch Joachim Rodenkirch, Bürgermeister von Wittlich, blickt dem Projekt positiv entgegen: „Das ist nicht nur was für die Zielgruppe Kinder, sondern genau so auch für Erwachsene. Das ist eine Dimension der Heimat, in der wir leben. Und mehr darüber zu lernen gibt eine Stabilität für das ganze Leben.“ Dem stimmt auch Hubert Friedrich, Leiter des DLR Mosel, zu: „Die Broschüre dient als Unterstützung für den Weinbau. Natürlich ist das auch für Gäste, die in die Region kommen, gedacht. Aber hauptsächlich geht es dabei um uns, die Bürger, die hier leben. Wir leben das ganze Jahr hier und so ist das Projekt auch für uns gedacht.“ Die Beteiligten sehen die Vorteile also nicht nur für die Kinder an den Grundschulen, sondern auch für die Menschen, die ihr Leben in der Region verbringen.

Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, freut sich über das Projekt: „Der Weinbau hat in der Region eine große Bedeutung. Immer weniger Familien sind mit dem Weinbau verbunden, deshalb ist dieses Projekt so bedeutend, damit Kinder auch wieder etwas über die Region lernen.“

Auch der Präsident des Weinbauverbands Mosel, Walter Clüsserath, freut sich über das Projekt: „Für die Menschen, die in einer Weinbauregion wohnen, hat das einen großen Einfluss auf ihr Leben. Am schönsten wäre es, wenn die Broschüre an alle Grundschulen käme. So würden die Kinder schon früh viel über ihre Heimat lernen.“