FDP kritisiert Pläne für Einkaufsgalerie in Kues

FDP kritisiert Pläne für Einkaufsgalerie in Kues

Die FDP-Fraktion im Stadtrat Bernkastel-Kues steht dem Vorhaben, eine Einkaufsgalerie auf dem Gelände Wenzelband zu eröffnen, sehr kritisch gegenüber. Ein solches zusätzliches Angebot auf der grünen Wiese werde die Innenstadt schwächen.

Bernkastel-Kues. In einer Stellungnahme zu dem Artikel "Mehr Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt" (TV vom 7. März) schreibt der FDP-Fraktionsvorsitzende Robert Wies: "Generell treten wir für Wettbewerb und Angebotsvielfalt ein. Das sind Grundwerte unserer Partei. Jedoch lehren uns negative Beispiele anderer Städte, dass Ansiedlung nicht um jeden Preis erfolgen muss. Wenn es um unsere Innenstadt geht, dann müssen wir uns den Folge- und Wechselwirkungen unserer Entscheidungen deutlich bewusst sein."
Wirtschaft in der Stadt schützen


Wichtig sei hingegen eine intakte Innenstadt - nicht nur für die Versorgung der Bürger, sondern auch für einen erfolgreichen Tourismus. Laut Umfrage sei die touristische Attraktivität von Bernkastel-Kues maßgeblich auf das historische Stadtbild zurückzuführen. Daher müsse es ein besonderes Anliegen sein, die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges der Stadt zu schützen.
Könnten sich die Einzelhandelsbetriebe in der Altstadt nicht mehr halten, folgten Funktionsverluste und Leerstand. Damit sinke automatisch die Investitionsbereitschaft der Immobilieneigentümer in die historische Bausubstanz.
Hinzu komme die ohnehin schon verschärfte Situation durch die umfangreichen und kostenintensiven Auflagen des Denkmalschutzes. Wies: "Wie sieht unsere Altstadt dann in ein paar Jahren aus? Wird sie immer noch die gleiche Attraktivität und Anziehungskraft auf unsere Gäste ausüben?"
Kritik am Konzept


Die Konkurrenz auf der grünen Wiese sei immer besser aufgestellt. Der Handel in gewachsenen Strukturen ziehe fast immer den Kürzeren. Fehlende Parkplätze, vorgegebene Flächenzuschnitte und wenig planerische Möglichkeiten, den Branchenmix zu gestalten, führten zu entscheidenden Wettbewerbsnachteilen.
Kritisch äußert sich die FDP auch zum Konzept des Projektentwicklers. Theoretisch, so Wies, bestehe ein Bedarf an den Sortimenten Baby- und Kinderbekleidung, Schuhe, Tiernahrung, Telekommunikation und Elektrogeräte. Praktisch kaufe die Bevölkerung aber diese Artikel nicht an Standorten in der Größenordnung von Bernkastel-Kues. Wies: "Unsere Händler müssten alle schlechte Kaufleute sein, wenn ihnen dieses erhebliche Marktpotenzial entgangen wäre." sim

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