Feiern mit Freunden
"Ertragt einer den andern in Liebe..." heißt das Leitwort des Festgottesdienstes zum 150-jährigen Bestehen der Evangelischen Kirchengemeinde Wittlich am Sonntag, 14. September, um 10 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Bernhard. Zum anschließenden Festakt wandern die Gottesdienstbesucher anschließend in die evangelische Christuskirche.
Wittlich. Die Suche nach Veranstaltungsräumen von ausreichender Größe kann in Wittlich schon mal zu einem Problem werden. Nicht aber für die evangelische Kirchengemeinde bei der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Gemeinde. Denn eine kurze Anfrage bei den katholischen Nachbarn reichte aus, damit der Festgottesdienst in der benachbarten St. Bernhards-Kirche stattfinden kann.
Der anschließende Festakt ist in der evangelischen Kirche. Zu diesem Zweck hat man in der vergangenen Woche alle Bänke zur Seite geräumt, so dass die kleine Kirche ein ungewohntes Bild abgibt.
Bei diesem Festakt wird auch die Chronik der Gemeinde vorgestellt. Darüber freut sich Pfarrerin Susanne Triebler besonders. "Man kann darin nachlesen, welche Pfarrer hier tätig waren, welche Menschen sich engagiert haben und wie die Dinge sich weiter entwickelt haben", sagt sie über den Inhalt des Buches. Ob Presbyter, Zivildienstleistende, Chorleiter oder Küster, sie alle sind in dem umfassenden Werk aufgeführt. Auch um die Seelsorge im Wittlicher Gefängnis und die evangelische Grundschule geht es. Zusammengestellt wurde die Chronik von einer ganzen Reihe Autoren, die sich mit unterschiedlichen Themengebieten beschäftigt haben.
Die evangelische Gemeinde hat heute 5285 Mitglieder. Dabei hatte es vor 150 Jahren ganz bescheiden angefangen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich die Gemeinde. Damals gab es im Kreis Wittlich etwa 50 000 Einwohner, nur 140 davon waren Protestanten. Sie wurden damals gottesdienstlich noch von Mülheim und Prüm aus versorgt. 1852 wurden zunächst die evangelischen Kreise Daun und Wittlich zusammengelegt.
Die Anerkennung der Gemeinde durch Ministerialerlass erfolgte am 20. Mai 1858. Im Jahr 1868 gab es erstmals eine Liste der Gemeindemitglieder. Es waren 143 Menschen, von denen aber nur 33 in Wittlich lebten. Die anderen wohnten in Dörfern, von denen die meisten heute den Verbandsgemeinden Manderscheid, Wittlich-Land und Kröv-Bausendorf zugeordnet sind.
Auch heute ist die Wittlicher Gemeinde noch eine Disaporagemeinde. Mehr als 70 Orte zählen zu dem Gebiet, das von Pfarrerin Susanne Triebler und ihrem Kollegen Rudolf Groß betreut wird. Die evangelische Christuskirche entstand schon in den Anfängen der Gemeinde. Am 11. September 1858 wurde der Grundstein für das Gebäude gelegt.