Feind hört nicht mehr mit

Gestern wurde auf dem Mont Royal, Traben-Trarbach, die erste Basisstation in Rheinland-Pfalz für den bundesweit einheitlichen Digitalfunk eingerichtet. Mit der neuen Technik können Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste wesentlich besser kommunizieren.

Traben-Trarbach. In Rheinland-Pfalz, genauer gesagt in Traben-Trarbach, hat die Zukunft des Digitalfunks begonnen. Gestern wurde auf dem Mont Royal die erste von 280 Basisstation im Land errichtet.

Staatssekretär Roger Lewentz vom Mainzer Innenministerium gab per digitalem Funkgerät das Kommando, den Container für die neue Systemtechnik abzulassen. Der Vorteil der neuen Technik: Der Digitalfunk zeichnet sich gegenüber dem Analogfunk dadurch aus, dass er verschlüsselt werden kann und dadurch abhörsicher ist.

Ein bewusstes oder unabsichtliches Mithören Dritter, beispielsweise des Polizeifunks, ist ausgeschlossen. "Heute wurde im Land ein großer Schritt zur Umsetzung eines der derzeit größten technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland getan", sagte Lewentz im Beisein von Landrätin Beate Läsch-Weber, den VG-Chefs Ulrich K. Weisgerber (Traben-Trarbach) und Otto Maria Bastgen (Kröv-Bausendorf) sowie Vertretern der Polizei, der Feuerwehren und anderer Rettungsdienste.

Bundesweit werden fünf Milliarden Euro in die Digitalfunk-Technik investiert, das Land Rheinland-Pfalz ist mit rund 100 Millionen Euro dabei. Das BOS-Digitalfunknetz (Digitalfunk für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) ist das weltweit größte Funknetz und ausgelegt für die Kommunikation von 500 000 Nutzern gleichzeitig. Bundesweit werden dazu über 4000 Basisstationen benötigt, davon 280 in Rheinland-Pfalz. Die Bundesanstalt für Digitalfunk der Behörden nutzt auf dem Mont Royal einen bereits bestehenden Mobilfunk-Sendemast der Deutschen Funkturm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. "Der Standort auf dem Mont Royal ist hervorragend dafür geeignet, um ins Land zu funken", sagte Lewentz.

Von dort sei eine größtmögliche und hochwertige Versorgung der Nutzer möglich. Geplant ist, die Region Trier als ersten Bereich bis zum Jahr 2010 mit den ersten 80 Basisstationen zu versorgen, damit dort frühzeitig der Probebetrieb beginnen kann. Später folgen dann die anderen Regionen des Landes.