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Feldfreude in Wittlich bietet Gemüse aus regenerativem Anbau an

Landwirtschaft : Zu trocken? Zu nass? So gehen Gemüsebauern aus der Wittlicher Senke mit dem Wetter um

Seit etwas mehr als einem Jahr betreiben Lara und Arved Meinzer ihren regenerativen Gemüseanbau in Bombogen. Wir haben nachgefragt, wie die Produktion mit den Wetterextremen der vergangenen beiden Sommer funktioniert.

Extreme Trockenheit mit hohen Temperaturen im vergangenen Jahr, ein vergleichsweise nasses Jahr mit Extremregen in diesem: Arved Meinzer und seine Frau Lara leben seit Anfang 2020 in der Region und bauen seit vergangenem Jahr im Wittlicher Stadtteil Bombogen, auf dem Scheuerhof, Gemüse für den Direktvertrieb an. Das Besondere: Sie verzichten bei dem Anbau der Kulturen komplett auf den Einsatz von Maschinen oder Dünger. Wir habe uns bei ihnen umgesehen und gefragt, wie das junge Paar mit den Wetterextremen, die es in diesem und dem vergangenen Jahr gab, zurechtkommt.

Das Fazit der gelernten Winzer aus der Pfalz fällt dabei gar nicht mal so schlecht aus, obwohl sie immer wieder vom Wetter und ihren Pflanzen überrascht wurden und einiges ihrer Ernte dem Wetter beziehungsweise in diesem Jahr der Nässe zum Opfer fiel, im (zu) kühlen Frühjahr erst spät reifte oder, wie der Kohlrabi, in dieser Saison komplett ausfiel. Was Arved Meinzer jedoch überrascht hat, ist, dass nach dem Unwetter Mitte Juli ihre Beete nicht lange unter Wasser gestanden haben, wie er sagt. „Auf der Wiese nebenan haben noch Pfützen gestanden, da war bei uns schon alles versickert“, erzählt er.

Die Beete des jungen Paars sind mit einer Schicht aus Mulch bedeckt. Zwischen ihnen verlaufen Wege, die mit Holzschnitzeln abgedeckt sind und von denen aus man Zugang zu den Pflanzen hat. Zudem gibt es Blühstreifen für Insekten. Durch die Mulchschicht ist der Boden, in dem die Pflanzen wachsen, geschützt – „vor Sonne, Starkregen und Wind“, wie Meinzer sagt. Oder vor Trockenheit wie im vergangenen Jahr. Der stets mit Mulch bedeckte Boden, der Verzicht auf Spritzmittel und mineralische Dünger, die Bodenschonung durch pure Handarbeit und das regelmäßige Überprüfen der Mikrobiologie durch Mikroskopie fördern aus Sicht der beiden ein aktives Bodenleben. Dadurch hätten die Pflanzen eine hohe Nährstoffdichte, so das Paar.

Von Mai bis Oktober gibt es ihre Gemüseboxen, die man sich je nach Verfügbarkeit des regionalen Gemüses selbst zusammenstellen kann, im Abo. Zudem verkaufen die beiden auch ab Hof oder auf dem Trabener Markt. Verkauft wird, was geerntet wird, regional, saisonal. Zugekauft werden bei den Feldfreude-Gärtnern keine Produkte. Was gut ankommt. „Die Leute sind sehr flexibel“, sagt Meinzer, sie reagierten gut auf das verfügbare Angebot. Zum Beispiel im Frühjahr, als es „sehr viel Spinat gab“, wie Arved Meinzer sagt, hätten ihnen ihre Kunden diesen auch abgenommen.

Jede Woche bietet das Paar für seine Gemüseboxen acht bis zehn verschiedene Sorten an, insgesamt werden über das Jahr hinweg, von Mai bis Oktober, rund 30 Kulturen angebaut und verkauft. Dabei probieren die beiden auch immer wieder Neues aus, so gab es in diesem Jahr zum ersten Mal Blumenkohl, Fenchel oder Knoblauch. Das Konzept der Abo-Boxen werde gut angenommen, wie die beiden sagen.

Wer sich die Arbeit der beiden anschauen möchte, kann das bei regelmäßigen Führungen tun. Anmeldung und weitere Infos per E-Mail an feldfreude@posteo.de. Aktuelle Infos über die Vielfaltsgärtnerei Feldfreude gibt es im sozialen Netzwerk Facebook unter Feldfreude, im Internet unter www.feldfreu.de sowie bei Instagram unter feldfreude_gemuese.