Feldwege werden Straßen

Im Gewerbegebiet "Wenigerflur" in Piesport tut sich etwas. Das Land Rheinland-Pfalz hat eine Zusage gegeben, den Straßenausbau in dem Gebiet mit 477 700 Euro zu fördern. Damit werden ansässige Unternehmen bei den Kosten für die Erschließung entlastet.

Piesport. Wie in einem Gewerbegebiet sieht es derzeit im "Wenigerflur" am Ortsrand von Piesport noch nicht aus. Statt breiter Straßen, über die auch schwere LKW Waren anliefern können, gibt es geteerte Wirtschaftswege und Schotterpisten. Doch das ändert sich jetzt. "Die Arbeiten sind in vollem Gange", bestätigt Rainer Blasius von der Verbandsgemeindeverwaltung Bernkastel-Kues. 1,8 Millionen Euro wird die Erschließung des Gebietes kosten. Eine Summe, bei der anteilig auch die ansässigen Firmen zur Kasse gebeten werden. Dieser Betrag reduziert sich allerdings, weil die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke Fördergeld zugesagt hat. 1,4 Millionen Euro der Bausumme sind förderfähig, sagt Blasius. Insgesamt 477 700 Euro wird es vom Land geben. 200 000 Euro werden noch in diesem Jahr ausgezahlt. Weitere 277 000 Euro folgen dann im kommenden Jahr.
Trotz des bisher fehlenden Ausbaus der Straßen ist das Gewerbegebiet schon fast ausgebucht. Derzeit sind laut Blasius dort unter anderem ein Schreiner, ein Kfz-Instandsetzung und -handel, ein Internetversandhandel und ein LKW-Betrieb ansässig. Neue Anfragen gibt es laut Blasius auch schon. Zwei Piesporter Betriebe haben Interesse an jeweils 5000 Quadratmeter großen Grundstücken signalisiert. Damit sei das Gewerbegebiet mit seinen 1,5 Hektar (etwa 2,1 Fußballfelder) auch vorläufig ausgelastet. Die Gemeinde habe allerdings noch die Option, weitere 6000 Quadratmeter zu erwerben.
Ursprünglich war das Gewerbegebiet deutlich größer geplant. 2004 planten Neumagen-Dhron und Piesport die Fläche als interkommunales Gewerbegebiet. 2011 kündigten die Piesporter den Vertrag auf, was ihnen den Vorwurf der Kirchturmpolitik einbrachte.
Der neue Ortsbürgermeister Stefan Schmitt verteidigt dagegen den Entschluss. Nach seiner Aussage habe man sich damals für ein kleineres Gewerbegebiet entschieden, das zunächst ohne Straßen erschlossen wird, um die Kosten für die Betriebe geringer zu halten.
Bei einer größeren Fläche wären mehr Firmenansiedlungen notwendig gewesen. Das sei jedoch wegen der hohen Erschließungskosten schwierig gewesen. Eine Förderzusage habe es damals noch nicht gegeben.
Wie hoch die Umlage für den Straßenbau im "Wenigerflur" sein wird, müsse noch ausgerechnet werden, sagt Leo Wächter, hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Der Ausbau soll Mitte 2015 beendet sein.Extra

Gesamtkosten 1,8 Millionen Euro, davon unter anderem 546 000 Euro für den Straßenbau, 325 000 Euro für Kanal und Wasser, 38 000 Euro für die Beleuchtung und 270 000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen. noj