Fest im Kueser Kurpark? Gerne wieder

Bernkastel-Kues · Die Veranstalter des ersten Food & Truckfestivals auf dem Kueser Plateau sind mit dem Ergebnis zufrieden. Nächstes Jahr soll es wiederholt werden. Dafür gibt es viele weiterführende Ideen, wie eine Nachbesprechung ergab.

Bernkastel-Kues. Es war ein Experiment, das gelungen ist: Zum ersten "Freaky-Friday-Festival" auf dem Kurparkgelände auf dem Kueser Plateau waren 1500 Besucher gekommen (der TV berichtete am 12. Juli). Das Konzept mit Live-Musik, Street Food und Picknick kam gut an, freut sich Bianca Waters von der Tourist-Information der Stadt. Denn die weitläufigen Parkanlagen auf dem Plateau sind, so Waters, offenbar in Vergessenheit geraten: "Das ist ein kleiner erster Gänseschritt, um den Park wieder in die Öffentlichkeit zu rücken." Dass der Park Potenzial hat, als Kulisse für Events, Konzerte oder weitere Veranstaltungen genutzt zu werden, ist unter den Bernkastel-Kueser Kultur-Machern unstrittig. Artur Feller, Technischer Leiter der städtischen Kultur- und Kur GmbH, bestätigt das: "Es gibt 500 gepflasterte Parkplätze, drei Teiche, einen Park und einen großen Rasenplatz." Zudem sei das knapp 90 000 Quadratmeter große Areal so gelegen, dass eine Lärmbeeinträchtigung kaum möglich sei.Lewen sieht großes Potenzial


Außerdem sei auch die technische Voraussetzung gegeben, um Live-Bühnen und weitere Einrichtungen mit Strom zu versorgen. So konnten auch beim ersten "Freaky Friday" die Live-Bühne und die Food-Trucks problemlos mit Strom versorgt werden. Hermann Lewen, Geschäftsführer von Kultur und Kur, sieht schon seit langem das große Potenzial dieser Anlage.
Aber: "Das Tal ignoriert den Kurpark. Der ist nicht ausreichend ausgeschildert", so Lewen. Der Erfolg des "Freaky Friday" habe aber bewiesen, wie groß das Potenzial ist. "Man hat am Freitag gemerkt, dass die Leute den Park annehmen. Da wurde gepicknickt und Fußball gespielt. Und es waren viele Einheimische dabei", bemerkt Patrick Schäfer, der bei Kultur und Kur für Organisation und Verwaltung zuständig ist.
Streetfood sei ein Trend, der momentan gut ankomme. "So ein Event kann man in der Stadt gar nicht stemmen, weil schlichtweg kein Platz da ist. Dafür ist der Kurpark ideal. Der Platz gibt Raum für bis zu 5000 Leute her", sagt Artur Feller.
Hermann Lewen, langjähriger Festivalexperte, nennt als mögliche weitere Events zum Beispiel eine moselländische Grillmeisterschaft oder ein Festival der Musikvereine. "Auch Volksmusik ist wieder ein Trend. Eigentlich müssten wir in Bernkastel-Kues für jedes Wochenende einen Anlass bieten. Die Gesellschaft ist eine Anlassgesellschaft geworden. Die Leute kommen nur, wenn etwas Besonderes geboten wird," ist sich Lewen sicher.
Frank Hoffmann vom Werbekreis Bernkastel-Kues begrüßt die Initiative, warnt aber davor, sich zu viele Hoffnungen zu machen: "Ich fand die Veranstaltung gut, war auch dabei. Wenn sich das langfristig rechnet, ist das ein tolles Angebot. Der Einzelhandel in Bernkastel-Kues wird aber nicht davon profitieren. Dafür ist das Plateau einfach zu weit weg und nur mit dem Auto erreichbar." Für Stadtbürgermeister Wolfgang Port ist die Veranstaltung eine Bereicherung: "Das kam gut in der Bevölkerung an. Wenn es erfolgreich ist, sollte man es wiederholen, denn der Kurpark ist ein toller Veranstaltungsort." Fest steht nun, dass der "Freaky Friday", eventuell auch verlängert zum "Freaky Weekend" im nächsten Jahr wiederholt werden soll.Meinung

Dranbleiben
Der Kurpark auf dem Kueser Plateau hat zwei Probleme: Das eine ist der Name. Kurpark klingt nun einmal sehr beschaulich, kaum einer würde erwarten, dass in einem Kurpark ein Rockkonzert stattfinden könnte. Das andere ist die Erreichbarkeit. Das Gelände liegt nun einmal etwas isoliert und ist nur mit dem Auto erreichbar. Ein Ortsunkundiger käme wohl kaum auf den Gedanken, diesen Park gezielt anzusteuern. Aber diese beiden Nachteile sind wiederum auch das Potenzial dieses Parks. Durch die isolierte Lage sind dort Großveranstaltungen möglich, für die es im Tal keinen Platz gibt. Hier könnten Großveranstaltungen stattfinden, wie sie im weiteren Umkreis von Bernkastel-Kues kaum möglich wären. Vom Open-Air-Kino bis zum Musikfestival. Jetzt kommt es darauf an, ein schlüssiges Konzept zu entwickeln, das viele Anreize bietet, nach Bernkastel-Kues zu kommen. So hätten alle etwas davon: Anwohner, Kurgäste und Touristen. hp.linz@volksfreund.deExtra

Neben dem 90 000 Quadratmeter großen Parkareal gibt es auf dem Kueser Plateau einen Waldlehrpfad, eine Tennisanlage, eine Reitanlage, das Cusanus-Hofgut und 20 Kilometer Wanderwege. Auf der größten Wiesenfläche lebt seit 15 Jahren eine Ziegenherde. Das ist billiger, als das Land ständig zu mähen und sei außerdem eine Attraktion für Besucher, sagt Artur Feller. Das Gelände auf dem Kueser Plateau wurde früher für Landwirtschaft genutzt, erinnert sich Hermann Lewen. Als dann die Kommunalreform 1969 Jahren der alte Kreis Bernkastel aufgelöst wurde, hat das Land im Gegenzug das Kurpark-Gelände gebaut. Das sei die "Hochzeitsprämie" gewesen, erinnert sich Lewen. hpl