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Fest in Bernkastel-Kues: Gastgewerbe feiert deutsche und spanische Fachkräfte

Fest in Bernkastel-Kues: Gastgewerbe feiert deutsche und spanische Fachkräfte

Die Abschlussfeier der Auszubildenden im Gastgewerbe ist in diesem Jahr international geprägt gewesen. Denn unter den 36 neuen Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten befinden sich 13 junge Männer und Frauen aus Spanien.

Sie sind 2014 aufgrund des MobiPro EU-Projektes von der iberischen Halbinsel in die Region gekommen, um hier ihre Ausbildung in der Gastronomie zu absolvieren.
Staatssekretärin Daniela Schmitt vom Wirtschaftsministerium sprach die Situation der jungen Spanier an, die ihr Heimatland für eine Ausbildung verlassen und viel Veränderungswillen gezeigt haben.

Auf der anderen Seite sei dies ein Beispiel für das offene Europa. Landrat Gregor Eibes hat darüber hinaus die fehlende Nachhaltigkeit des Förderprogramms für junge Spanier bemängelt. Denn das Modell MobiPro, was "uns wichtig und wertvoll" gewesen sei, laufe jetzt aus. 2014 und 2016 haben Spanier in diesem Programm eine Ausbildung in der Region begonnen. Solche Förderprogramme müssten fortgesetzt werden, sagt er.

Gereon Haumann, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Gaststättenverbandes (Dehoga) sagt, der Bund habe die Ausbildung der 24 jungen Spanier mit 400 000 Euro unterstützt. Damit seien deutsche Sprachkurse vor Beginn der Ausbildung, die Reise zu den Vorstellungsgesprächen, ein dreimonatiges Praktikum, die Anreise zum Ausbildungsbeginn und zwei Heimreisen jährlich finanziert worden. Mit der Erfolgsquote der Spanier, von denen mehr als die Hälfte die Prüfung bestanden haben, ist er zufrieden. "Es gibt deutschlandweit keinen anderen Standort mit einer solchen Quote", sagt Haumann. Diese kann sich auch noch erhöhen, denn einige Spanier wollen einen zweiten Anlauf für die Prüfung wagen.

Ein Grund für die gute Quote könnte bei der BBS Bernkastel-Kues liegen. Denn diese hat für die spanischen Schüler in deren erstem Berufsschuljahr eine separate Klasse eingerichtet, sagt Dr. Willi Günther, Direktor der BBS. Erst danach seien sie in andere Klassen integriert worden. Von anderen Standorten sind ihm solche Modelle nicht bekannt. Keine einfache Aufgabe für die Schule, sagt Günther: "Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Lehrkräfte gemeinsam mit den Betrieben und den anderen Kooperationspartnern diese Herausforderung so gut gemeistert haben."

Rosa Camara Vega ist froh darüber, dass sie die Prüfung zur Hotelfachfrau geschafft hat. "Es war eine Herausforderung." Erst einmal will sie in ihrem Betrieb Hotel Moselpark weiter arbeiten. Anders die Brüder Daniel und Victor Correa Crespo, die beide ihre Prüfung als Koch bestanden haben. Sie zieht es beide in Betriebe auf Mallorca. Das erste Jahr sei sehr schwierig gewesen wegen der Sprache, sagt Daniel Correa Crespo. Seinem Bruder gefällt die Moselregion. "Vielleicht komme ich wieder hierher zurück", sagt er.