Festhalten am Erlebnispfad

THALFANG. (urs) Trotz eines nicht eben überwältigen Forst-Überschusses will der "Zweckverband der 12 Gemeinden" investieren. Und zwar in erster Linie in einen "Mineralwasser-Lehr- und Erlebnispfad".

"Wir hoffen, dass wir einen strengen Winter bekommen und nächstes Jahr nicht eine ähnliche Situation", kommentierte Revierförster Jürgen Schmitt die Problematik der Holzmarktpreise und Borkenkäfer-Befall.Nach wie vor Überschuss im Forstwirtschaftsplan

Der von ihm vorgelegte Forstwirtschaftsplan des "Zweckverbands der 12 Gemeinden", zu dem neben den heute elf Gemeinden Burtscheid, Deuselbach, Dhronecken, Gielert, Etgert, Immert, Hilscheid, Lückenburg, Rorodt, Talling und Thalfang auch der heutige Ortsteil Bäsch gehört, fand bei den Ortsbürgermeistern der beteiligten Gemeinden auf jeden Fall einhellige Zustimmung. Entsprechend der Planung stehen 2004 Ausgaben in Höhe von 111 700 Euro Einnahmen von 136 100 gegenüber. Darin enthalten sind erwartete Fördermittel von 18 000 Euro. Der errechnete Überschuss von 24 400 ist für die Zweckverbandsgemeinden im Vergleich zu 35 700 im Jahr 2002 ein unbefriedigendes Ergebnis, dennoch aber auch positiv. Das sei wegen der Borkenkäferschäden derzeit nicht jedem Revier vergönnt. An den Einnahmen ist vor allem der geplante Einschlag von 2190 Festmetern Fichten- und Kiefernstammholz beteiligt, für den Schmitt davon ausgeht, einen Deckungsbeitrag von rund 50 400 Euro zu erzielen. Bei der Bestandspflege ist dem Forstamt an einer natürlichen Bewirtschaftung des Areals gelegen. "Wir setzen auf Verjüngung", erläuterte Schmitt und sprach davon, Buchen-Wildlinge in Nadelholzbestände hineinzubringen. Ziel sei, einen strukturierten Mischwald zu erreichen. Darüber hinaus sei geplant, sämtliche Bänke im Haardtwald zu erneuern. Tallings Bürgermeister Rudi Marx wollte wissen, wie wirksam so genannte Käferfallen als Schutz seien. Laut Schmitt handelt es sich dabei jedoch lediglich um "reines Monitoring", sprich eine Ermittlung der Vorkommen und deren Aufzeigen. Ein massenhafter Fang sei damit nicht möglich. Das Investitionsprogramm des Zweckverbands sieht 2004 den Bau eines "Mineralwasser-Lehr- und Erlebnispfades" vor, der ursprünglich bereits im vergangenen Jahr geplant war - Kostenpunkt 103 000 Euro.Nach wie vor Überschuss im Forstwirtschaftsplan

Die Umgestaltung der Thalfanger Leichenhalle ist mit einem Investitions-Volumen von 228 000 Euro für 2005 avisiert. Ersatzaufforstungen "Mineralwassergebiet" sind 2004 mit 60 000 und in den beiden folgenden Jahren mit je 20 000 Euro berücksichtigt. Verbesserungen an Kindergärten und dem Friedhof schlagen ab 2005 mit jährlich je 5000 bis 10 000 Euro zu Buche. Der Vermögenshaushalt weist Einnahmen und Ausgaben 207 130 Euro aus. Die ausgabenintensivste Position des Verwaltungshaushalts, der sich auf 936 830 Euro summierent, ist die der Kindergärten mit 704 250 Einnahmen und 644 000 Ausgaben. Der positive Saldo von 60 250 Euro ergibt sich nach Erheben einer Umlage von 197 000 Euro bei den beteiligten Gemeinden. Diese wird mit einem Schlüssel aus Steuerkraft sowie Kinder- und Einwohnerzahl verteilt, der Thalfang mit 49 Prozent belastet, während die übrigen Orte zwischen Null (Rorodt) und 11,32 (Immert) Prozent liegen. Beim Bestattungswesen mit Einnahmen von 76 000, Ausgaben 57 000, bleibt ein Plus von 19 000. Nach Umlageneinnahme von 32 600 Euro, von denen - nach Einwohnern verteilt - Thalfang 57,76 Prozent trägt. Deuselbach, das einen eigenen Friedhof hat, ist daran nicht beteiligt. Der Überschuss von 24 400 Euro aus dem Haardtwald wird mit 26 600 entsprechend der jeweiligen Anteile ausgeschüttet. Thalfang erhält in 2004 beispielsweise 24,4 Prozent, gefolgt von Deuselbach mit 11,22 und Hilscheid mit 10,24. Der Schuldenstand des Zweckverbands beträgt derzeit etwa 692 000 Euro, wovon der Löwenanteil aus den Kindergärten (550 000) resultiert, insbesondere den Neubauten in 1992/1993. Zum Ende 2004 werden sich die Schulden des Zweckverbandes voraussichtlich auf insgesamt 648 000 reduziert haben.

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