Festliches zum Frühjahr

VELDENZ. (lm) Zur Eröffnung der Kultursaison wartete der Förderverein Villa Romana in der evangelischen Kirche mit einem Leckerbissen für Barock-Fans auf. Zu Gast waren die renommierten Künstler Stefan Butterbach an der Trompete und Gerd Pitzen an der lokalen Stummorgel.

Wolfgang Tilsner, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Villa Romana, ließ seinen Blick forschend über das Rund der schmucken evangelischen Kirche von Veldenz gleiten. Etwa 40 Gäste hatten sich an diesem lauen Frühlingsabend eingefunden. Tilsner ist zufrieden. Hat doch die Touristensaison noch gar nicht begonnen. Alle, die nicht gekommen waren, verpassten jedenfalls eine musikalische Sternstunde. Denn Tilsner hatte wieder einmal seine Beziehungen spielen lassen.Der begeisterte Wagnerfan nutzte seine Bekanntschaft zu dem Trompeter Stefan Butterbach, um diesen und den Organisten Gerd Pitzen zu einem Auftritt in seiner Wahlheimat Veldenz zu gewinnen Beide Künstler stammen aus Rheinland-Pfalz. Stefan Butterbach, in Hermeskeil geboren, arbeitet seit seinem Trompetenstudium als Musiklehrer. Ein über die Landesgrenzen hinaus angesehener Musiker, der in zahlreichen Orchestern, Kammermusikgruppen und dem "Ensemble Trompetissimo" Erfolge feiert.Kollege Gerd Pitzens Interesse gilt der Kirchenmusik. Der gebürtige Neuwieder, der nach intensiven Orgel- und Klavierstudien heute neben seinen Konzertreisen als Organist in Mayen und als Kantor in Sinzig arbeitet, ist auch an der Mosel kein Unbekannter. Im Rahmen der Moselfestwochen spielte er 2002 bereits auf der Stumm-Orgel in St. Ediger-Eller.Zusammen fanden sich die beiden Künstler nun erstmals auf der Orgelempore der evangelischen Kirche in Veldenz wieder.Auf ihrem Programm standen barocke Kostbarkeiten von Domenico Gabrielli, Giambattista Martini, Joseph Haydn und Johann Sebastian Bach. Aber auch der Öffentlichkeit eher unbekannte Komponisten wie Karel Blazer Copriva, Pavel Josef Vejvanovsky und Joseph Anton Pfeiffer wurden dem gebannt lauschenden Publikum zu Gehör gebracht, das nicht schlecht staunte, als es so bekannte Klänge wie "Lobe den Herren" aus der Bach Kantate 137 plötzlich im Gewand von Trompete und Orgel vernahm. Die klaren, distinguierten Töne von Butterbachs virtuos gehandhabter Trompete brachten zudem die außerordentliche Akustik des Kirchenrunds wunderbar zur Geltung.Die Kombination von Trompete und Orgel hat etwas außerordentlich Festliches, darin waren sich viele Anwesende einig. Aber auch als Soloinstrument wusste sich die Veldenzer Stumm-Orgel in Szene zu setzen. Organist Pitzen entlockte dem imposanten Instrument mit Haydns Flötenuhrstücken entzückend leichte Töne, die tatsächlich an die Verspieltheit einer Piccolo-Flöte erinnern wollten. Bei soviel Abwechslungsreichtum und Können kamen beide Künstler nicht ohne eine Zugabe von Georg Friedrich Telemann davon.Pfarrer Georg Singer führte als Hausherr höchstselbst durch das Programm und erläuterte in den kurzen Pausen allerlei Hintergrundwissen zu den Komponisten und ihren Werken. Er bedankte sich ausdrücklich beim Förderverein Villa Romana, der durch sein intensives Kulturengagement in der Grafschaft Veranstaltungen dieser Art erst möglich macht.