Fetzige Rhythmen, strahlende Klänge

Fetzige Rhythmen, strahlende Klänge

TRIER. Ganz im Zeichen des musikalischen Nachwuchses stand das Schulzentrum Mäusheckerweg. 173 junge Musiker aus der Region Trier sowie 20 Gäste aus dem Westerwald und Kaiserslautern zeigten vor Publikum und Jury ihr Können. Für die beiden Haupt-Organisatoren Hans-Dieter Höllen und Werner Spieß war dieser Regionalwettbewerb der letzte.

Es herrscht reger Betrieb an diesem Wochenende rund um das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG). Mädchen und Jungen mit kleinen schwarzen Taschen, großen Rucksäcken oder dicken Koffern eilen zum Musiktrakt des Schulzentrums. Einige kommen gar mit Kleinbussen an, in denen ein unglaublich großes Spektrum an Schlag-Instrumenten verstaut ist. Meist sind die jungen Leute in Begleitung mehrerer Erwachsener, von denen so mancher ein wenig angespannt wirkt. Im Gebäude mischen sich gedämpfte Unterhaltungen und munteres Gekicher mit Sequenzen verschiedener Musikinstrumente. Zarte Blockflöten-Töne mit ebenso feiner Klavierbegleitung, strahlende Trompetenklänge, atemberaubende Klarinettenläufe und fetzige Schlagzeugrhythmen dringen durch die geschlossenen Türen. Öffnen sich diese, kommen junge Leute heraus, atmen kräftig durch und lassen sich gerne ausfragen von denen, die noch warten müssen - warten auf ihr Vorspiel beim Wettbewerb "Jugend musiziert". Gesellige und fröhliche Atmosphäre

Es herrscht eine gesellig-fröhliche Atmosphäre vor den Prüfungsräumen. "Doch, ich war ungeheuer nervös den ganzen Morgen über", erzählt die elfjährige Lea Sobbe. Erstmals nimmt sie in der Kategorie Blockflöte am Regionalwettbewerb teil. Zweimal habe sie sich etwas verspielt, aber grundsätzlich könne sie schon zufrieden sein mit dem Vorspiel. Noch beim Frühstück, so berichtet ihre Mutter, habe sie ihre Grundeinstellung zum Wettbewerb mit folgenden Worten formuliert: "Meine Enkel wollen später doch sicher nicht wissen, ob ich nun gewonnen, sondern ob ich überhaupt mitgemacht habe." Das Niveau der Teilnehmer, so informiert Hans-Dieter Höllen, sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Als ehrenamtlicher Regionalleiter für die Region Trier ist Höllen seit 20 Jahren für den Wettbewerb zuständig und sorgt zusammen mit FSG-Musiklehrer Werner Spieß für den reibungslosen Ablauf - diesmal zum letzten Mal, wie er dem TV mitteilt. Ab 2007 wird sich Pia Langer, pädagogische Leiterin der städtischen Musikschule Trier, für die Organisation verantwortlich zeichnen. Als "alte Wettbewerbs-Hasen" könnten Lina Alirezania und Jonas Wittschier bezeichnet werden. Die beiden 12-jährigen Flötisten aus Gusterath spielen bereits zum vierten Mal vor. Mit wachsender Begeisterung, wie man den beiden anmerkt. Trotzdem, nervös sind sie auch diesmal, obwohl Jonas das nicht wirklich zugeben mag. "Aber wenn man nicht aufgeregt ist, spielt man auch nicht gut", stellt Lina fest. Auf welchem Platz sie heute landen werden, ist für die begeisterten Musiker eher Nebensache, schließlich haben es beide schon einmal bis auf Bundesebene geschafft. Fahrkarte zum Landeswettbewerb

Aufregung hat sich inzwischen auch bei dem 15-jährigen Hornisten Markus Steffes (der TV berichtete im Vorfeld) eingestellt. Unruhig und angespannt läuft er vor dem Musikraum auf und ab und ist dann nur noch froh, als er endlich loslegen darf. Mit dem Ergebnis (20 von 25 Punkten) und der Tatsache, einer der zwei besten in der Altersgruppe drei zu sein, kann der Wettbewerbs-Neuling vollauf zufrieden sein. Das gilt auch für Dorina Lerch. Die 16-jährige muss eine harte Nervenprobe bestehen, bevor sie ihre Leistungen mit dem Fagott präsentieren darf: Weil gerade die Horn-Ergebnisse bekannt gegeben werden, heißt es für die Schülerin aus Aach zunächst einmal warten. "Jetzt bin ich noch nervöser als sowieso schon", gesteht sie, nutzt dann aber die Zeit, um sich "warm zu blasen". Überaus selbstkritisch beurteilt sie ihre Darbietung schließlich als "nicht zufriedenstellend". Es habe heute einiges nicht geklappt, was zuhause kein Problem war. Umso größer ist später der Jubel, als Dorina Lerch erfährt, dass sie nicht nur ein prima Ergebnis, sondern auch eine Fahrkarte zum Landeswettbewerb Anfang April in Mainz erspielt hat. Wer die regionalen Wettbewerbs-Sieger erleben möchte, hat dazu beim Preisträger-Konzert Gelegenheit. Dieses findet statt am Sonntag, 19. März, um 17 Uhr in der Aula des Schulzentrums Mäusheckerweg.

Mehr von Volksfreund