Feuerprobe mit leuchtender Burg bestanden

Feuerprobe mit leuchtender Burg bestanden

Die Manderscheider Burgenweihnacht hat mit ihrer besonderen Atmosphäre und lebenden Tieren mehrere Hundert Besucher angelockt. Die sind vor allem von dem familiären Charme begeistert.

Tücher, Mützen und Wolle sind gefragt. Foto: (m_wil )
Tiere sind nicht nur für Kinder Anziehungspunkt. Foto: (m_wil )
Die Miniköche bieten in der Miniküche Kürbissuppe an. Foto: (m_wil )

Manderscheid Schon von Weitem strahlt die Manderscheider Burg am ersten Adventswochenende in einem sanften Rot. 75 überdimensionale Teelichter, die die Jugendfeuerwehr Manderscheid aufgestellt hat, spenden zusätzlich warmes Licht an den alten Mauern. Das waren aber nicht die einzigen Gründe, warum sich mehrere Hundert Besucher auf den Weg zur Burg gemacht haben.
Der Weihnachtsmarkt bot an seinen 26 Ständen hochwertige Waren, angefangen bei selbstgefertigten Marmeladen, Kerzen aus einer Manderscheider Manufaktur, genähte Schneemänner, Holzsterne, Engel aus Metall oder Schwippbögen.
Die kleinen Besucher konnten Stockbrot am offenen Feuer rösten und die lebendigen Tiere der Krippe streicheln. Auf 16 Quadratmetern war ein Stall aufgebaut, in dem Maria und Josef saßen und eine Puppe als Jesuskind in einer Futterkrippe lag. Eine Kuh und Stroh vervollständigten das Bild.
Regina Krämer, die als Maria vor Ort ist, berichtet: "Für die Kinder ist der Kontakt mit den Tieren das Highlight. Sie können hier hineinkommen, die Kuh riechen, aus der Nähe ansehen und anfassen. Das erleben sie sonst kaum."
In einem angrenzenden Gatter gibt es noch mehr Tiere, drei Schafe und ein Esel sind mit dabei. Die Kinder haben auch keine Scheu, zu ihnen zu gehen und sie zu streicheln. Einige Meter weiter schenkt der Kindertreff Midale heiße Getränke aus, es gibt Waffeln, Herzhaftes und Crepes.
Wer Kunsthandwerkern zusehen will, kann sich bei einem Holzkünstler anschauen, wie mit einer akkubetriebenen Kettensäge Tierfiguren entstehen. Dabei arbeitet der Künstler sehr genau, und die Gesichter der Tiere sind sehr individuell und ausdrucksstark. Am Wollstand kann man sehen, wie Wolle gesponnen wird, und ein Schmied zeigt sein Handwerk. Neben Besuchern aus Manderscheid und der Umgebung sind einige aus der Region gekommen. Fabian Graf aus Neumagen-Dhron ist zum ersten Mal auf der Burgenweihnacht, und es gefällt ihm. Er sagt: "Es ist hier sehr urig, nicht so eine Abfertigung wie auf manch anderem Weihnachtsmarkt. Das Flair mit dem Stockbrot und dem offenen Feuer passt, und durch die Überschaubarkeit wirkt es sehr persönlich." Ähnlich sieht das Sandra Schlösser aus Bonn. "Wir haben eine Nachtwanderung zur Burg gemacht und die Kinder sind schon jetzt total begeistert. Das alte Gemäuer so schön angestrahlt, die Tiere, das finden sie ganz toll." So viel Lob freut den Veranstalter, der zum ersten Mal der neu gegründete Burgenverein ist. Günter Krämer, erster Vorsitzender, berichtet: "Es ist richtig viel los, es sind viele Familien unterwegs, das freut uns sehr. Das Konzept, dass man Hochwertiges und Selbstgemachtes aus der Region anbietet, und dazu die Burg in Szene setzt, hat sich seit vielen Jahren bewährt."
Anders waren in diesem Jahr die Öffnungszeiten der Burgenweihnacht. Man ist am Samstag erst um 14 Uhr statt wie in den Jahren vorher schon um 11 Uhr gestartet. Manuela Kläs, die aus Hontheim kommt und Marmeladen, Liköre und Pralinen verkauft, meint: "Das war eine gute Entscheidung. Die Menschen gehen an einem Samstagvormittag nicht auf einen Weihnachtsmarkt."
Nach der Burgenweihnacht wird sich der Verein zusammensetzen und überlegen, was man weiter verbessern kann. Größer werden will man nicht. Günter Krämer: "Das haben schon viele Personen zu mir gesagt ,Macht es nicht größer, sonst geht der Charakter verloren, und das wäre schade.'"

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