Feuerwehr: Der größte Einsatz in diesem Jahr - Vier Verletzte bei Brand in Burgen - Kripo ermittelt

Feuerwehr: Der größte Einsatz in diesem Jahr - Vier Verletzte bei Brand in Burgen - Kripo ermittelt

Großeinsatz in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues: 260 Einsatzkräfte aus 14 Feuerwehren und weiteren Hilfsdiensten haben am Sonntag einen Großbrand in Burgen bekämpft - weit mehr als bisher berichtet. Wehrleiter Thomas Edringer lobt im Gespräch mit dem TV die gute Zusammenarbeit und blickt auf den buchstäblich heißesten Tag des Jahres zurück, bei dem die Wasserversorgung ein Problem war.

Foto: Agentur Siko

Es war gewissermaßen Glück im Unglück: Während des Verbandsgemeindefeuerwehrtages in Burgen brach am Sonntag im Ort ein Feuer aus. "Bürgermeister Ulf Hangert wollte gerade die Teilnehmer des Treffens zum Essen einladen, als der Alarm losging", erzählt Thomas Edringer, Wehrleiter der VG Bernkastel-Kues. Manch einer habe an eine Übung geglaubt und sich gewundert, als Flammen loderten. Die Brandbekämpfung habe rasch und umfassend beginnen können, so Edringer.

Das Feuer war, wie berichtet, aus noch unbekannter Ursache in einem Wirtschaftsgebäude ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. "Wir mussten mehrere Häuser vorsorglich räumen, für einen Moment dachten wir, dass wir das benachbarte Wohnhaus aufgeben müssten, weil der Brand sich rasend ausbreitete", sagt der Wehrleiter.

Die Rettungskette habe aber tadellos funktioniert. Denn ein Problem gab es an diesem heißen Sommersonntag: die Wasserversorgung. "Wir mussten Verstärkung von Morbach und von Wittlich anfordern. Im Einsatz waren auch die Drehleitern von Kues, Morbach und Wittlich," erklärt der Feuerwehrchef. Ein Wasserwerfer verbrauche 3000 Liter in der Minute. So stieg der Bedarf in Spitzenzeiten auf 10.000 Liter Wasser pro Minute, da drei Wasserwerfer und weitere Spritzen im Einsatz waren.

"Da kann es vorkommen, dass jemand eingeseift in der Dusche steht und plötzlich kein Wasser aus der Leitung kommt", sagt Edringer. Aber gerade zu Beginn des Brandes sei es wichtig, möglichst effektiv zu löschen. Deshalb musste Verstärkung angefordert werden, die auch damit beschäftigt war, zwei Kilometer Wasserleitungen zu verlegen. "Das Ortsnetz gab nicht genug Wasser her, deshalb mussten wir Wasser aus dem Fronbach, aus Stollengängen oberhalb des Ortes und aus Fischteichen über lange Strecken herbeipumpen," blickt der Feuerwehrchef zurück. Es sei aber auch gelungen, genutztes Löschwasser über einen Kanal weiterzuverwerten und wieder in das System einzuspeisen.

Insgesamt waren 260 Einsatzkräfte aus 14 Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und den Rettungs- und Sanitätsdienst damit beschäftigt, den Brand zu bekämpfen. Neben dem Aufbau des Wassernetzes musste das THW Zwischendecken in dem Gebäude abstützen. Auch die Firma Westnetz war vor Ort, denn eine Stromoberleitung war betroffen und musste abgeschaltet werden. Medizinisch mussten vier Personen versorgt werden. Zwei Bewohner und ein Feuerwehrmann hatten Rauchvergiftungen, ein weiterer Feuerwehrmann hatte einen Wespenstich.

Insgesamt sei der Einsatz sehr gut verlaufen, lobt Edringer. Er denkt aber auch an die Betroffenen: "Das ist für sie ein sehr einschneidendes Ereignis, das sie monatelang beschäftigen wird."

Der Brand wird die Feuerwehr auch noch in den nächsten Tagen auf Trab halten. "Es dauert, bis die Glutnester ausgekühlt sind. Außerdem ist der Brandort von der Kripo gesperrt." Die wird frühestens am Dienstag, anrücken, wie Christoph Hayer von der Kripo Wittlich mitteilt: "Wir können erst mit den Ermittlungen anfangen, wenn sich die giftigen Rauchgase verzogen haben."

Im Einsatz waren die Feuerwehren Burgen, Brauneberg, Filzen, Gornhausen, Kues, Lieser, Noviand, Mülheim, Veldenz, Wintrich, Zeltingen-Rachtig aus der VG Bernkastel-Kues. Aus der Nachbarschaft halfen die Feuerwehren Kinheim, Morbach und Wittlich. Zudem waren Technisches Hilfswerk, DRK und der Rettungs- und Sanitätsdienst im Einsatz. Die sechs in dem Haus neben dem Ökonomiegebäude wohnenden Personen mussten ihre Bleibe räumen. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick haben sie bei Freunden Unterschlupf gefunden. Auch ein Nachbar habe sein Haus verlassen müssen.

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