1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Kreis Bernkastel-Wittlich muss für die Trierer Feuerwache mitbezahlen

Rettungsdienst : Warum der Kreis Bernkastel-Wittlich für die Trierer Feuerwache mitbezahlen muss

Kreise und kreisfreie Städte, die innerhalb eines Rettungsdienstbereichs liegen, zahlen gemeinsam für den Bau und den Erhalt von Rettungswachen und Leitstelle - so wie im Trierer Fall. So will es ein Landesgesetz. Was das bedeutet:

Einige sind in die Jahre gekommen, andere müssen neu gebaut werden, damit die vorgegebenen maximalen Anfahrtszeiten, die sogenannten Hilfsfristen (siehe Info), eingehalten werden können: Die Rede ist von Rettungswachen. Hier besteht an einigen Standorten in der Region Investitionsbedarf, sei es in der Instandhaltung, sei es für einen Neubau, etwa wegen der zu großen Entfernungen auf dem Land.

Bis zu 50 Millionen Euro soll es kosten, den Rettungsdienst in der Region auf Vordermann zu bringen und eine neue Rettungsleitstelle in Trier zu bauen, die für die gesamte Region zuständig ist. Die Kosten dafür tragen die Kreise und kreisfreien Städte, die in einem Rettungsdienstbereich zusammengefasst sind, zu 75 Prozent. Der jeweilige Kostenanteil berechnet sich an der Einwohnerzahl. Auf den Kreis Bernkastel-Wittlich, nach Trier-Saarburg der zweitgrößte Kreis und einwohnermäßig mit Trier gleich, kämen 21 Prozent der Gesamtkosten zu beziehungsweise 18 Prozent, falls der Landkreis Birkenfeld dem Rettungsstellenbereich Trier zugeschlagen wird. Mehr dazu in der Infobox.

Folgende Projekte sind im Rettungsbereich Trier bisher angedacht

Im Kreis Bernkastel-Wittlich hat die Rettungswache Manderscheid Sanierungsbedarf (Kostenschätzung: eine Million Euro). Außerdem machen zu lange Anfahrtszeiten (Hilfsfristdefizit) im Bereich Neumagen-Dhron/Leiwen/Pies­port den Bau einer zusätzlichen Rettungswache erforderlich (Kostenschätzung: 1,5 bis zwei Millionen Euro).

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm macht der bauliche Zustand der Rettungswache Bitburg eine baldige Sanierung erforderlich (Kostenschätzung: 2,5 bis drei Millionen Euro). Zudem ist der Neubau einer Rettungswache in Schönecken (geschätzte Kosten 1,5 bis zwei Millionen Euro) geplant

Im Kreis Trier-Saarburg wird der Bau neuer Rettungswachen in Schweich (Kostenschätzung: eine bis 1,5 Millionen Euro), Saarburg (Kostenschätzung: 2,5 bis drei Millionen Euro) und Wincheringen/Merzkirchen (Kostenschätzung: 1,5 bis zwei Millionen Euro) erforderlich.

Im Kreis Birkenfeld ist der Bau einer Rettungswache in Rhaunen erforderlich (Kostenschätzung: 1,3 Millionen Euro).

 Das ehemalige Polizeigebäude in der Trierer Südallee wird abgerissen, auf der Fläche sollen die neue Trierer Feuerwache und die Integrierte Leitstelle entstehen. Dafür muss auch der Kreis Bernkastel-Wittlich zahlen. Foto: Archiv
Das ehemalige Polizeigebäude in der Trierer Südallee wird abgerissen, auf der Fläche sollen die neue Trierer Feuerwache und die Integrierte Leitstelle entstehen. Dafür muss auch der Kreis Bernkastel-Wittlich zahlen. Foto: Archiv Foto: Roland Morgen

Trier wird Zentrum der Rettungsdienste in der Großregion

Dickste Fische in diesem Becken sind allerdings der Neubau von Feuerwache und Rettungswache der Berufsfeuerwehr Trier sowie der Neubau einer Leitstelle für den Rettungsdienstbereich. Für die neue Rettungswache und die neue Leitstelle werden allein 25 bis 30 Millionen Euro veranschlagt.

Man sei seit vielen Jahren in Sachen Rettungswachen zielgerichtet unterwegs, sagte Landrat Gregor Eibes im Kreistag, der in der zurückliegenden Sitzung die Planungen zu den Rettungswachen und dem Bau der Leitstelle zustimmte. Zuvor hatte der Kreisausschuss dies empfohlen.

Es mache Sinn, die Integrierte Leitstelle (ILS) bei einer Berufsfeuerwehr anzusiedeln, sagte Landrat Gregor Eibes. Denn so könne die Leitstelle im Notfall schneller stärker besetzt werden. Standort der ILS und der Trierer Berufsfeuerwehr soll in der Trierer Südallee sein, wo bisher der alte Bau des Polizeipräsidiums Trier steht, im Volksmund auch Bullenwürfel genannt. Dieser muss wegen Asbestschäden jedoch abgerissen werden, auf der frei werdenden Fläche wird dann neu gebaut. In Betrieb gehen soll der Neubau nach derzeitigen Schätzungen erst 2027/2028.