Finale im Panzerknackerprozess

Seit Ende Juni läuft am Landgericht Trier der Prozess um aufgebrochene Geldautomaten in der Eifel. Selbst nach einem guten Dutzend Verhandlungstage ist nicht klar, wer der vier Angeklagten Chef oder Mitläufer war. Heute entscheidet das Gericht, ob es die Beweisaufnahme schließt.

Trier/Wittlich/Daun. Seit Ende Juni läuft am Trierer Landgericht mittlerweile der Prozess um mehrere aufgebrochene Geldautomaten in der Eifel: Gut 50 Zeugen wurden gehört, Telefonmitschnitte und Videos aus Überwachungskameras abspielt, Schriftstücke verlesen. Das Gericht will heute darüber entscheiden, ob es noch weitere Zeugen hören möchte. Oder ob es die Beweisaufnahme schließt und den Prozess zuende bringt: "Es ist doch im Sinne der Angeklagten, die Veranstaltung hier endlich zu beenden", sagte Armin Hardt, vorsitzender Richter der Dritten Großen Strafkammer, beim letzten Verhandlungstermin Ende Oktober.
Das beharrliche Schweigen der vier Männer, die auf der Anklagebank sitzen, ist hauptsächlich der Grund dafür, warum sich das Verfahren in die Länge zieht. Ein Ehrenkodex ist offenbar Grund dafür, dass sich das Quartett nicht zur Anklage äußere, erklärte die psychiatrische Gutachterin. Und so ist auch nach gut einem Dutzend Verhandlungstage nicht klar, ob immer alle Vier bei den angeklagten Taten dabei waren, wer Chef und wer lediglich Mitläufer war.
Zudem sorgen die Verteidiger mit immer wieder neuen Beweisanträgen für weitere Verhandlungstermine. neb/cmo
Extra

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Angeklagten im Alter zwischen 29 und 33 Jahren unter anderem schweren Bandendiebstahl vor. Sie sollen zwischen November 2013 und Januar 2014 drei Geldautomaten in Wittlich, Daun und Badem aufgebrochen und dabei mindestens 180 000 Euro erbeutet haben. Ein weiterer Aufbruchversuch in Gerolstein scheiterte laut Anklageschrift, weil die Täter von einem Zeugen gestört wurden. Zwei Angeklagten wird zudem schwerer räuberischer Diebstahl vorgeworfen. neb