Finanzamtstürmung: Kamen die Hintermänner aus Kröv?

Historie : Finanzamtstürmung: Kamen die Hintermänner aus Kröv?

Vor über 90 Jahren wurde das Bernkastel-Kueser Finanzamt gestürmt.

Wenn es denn in der kurzen Geschichte der Weimarer Republik je ein Ereignis gegeben hat, das das Weinbaugebiet der Mosel der   Reichsregierung in Berlin - und mit ihr der gesamten Bevölkerung des Deutschen Reiches - schlagartig ins Bewusstsein rief, dann war es zweifellos die als „Bernkasteler Winzersturm“ bekannt gewordene Verwüstung des dortigen Finanzamtes am 25. Februar 1926. Heute ist es kaum vorstellbar:  An diesem Tag geriet eine Protestkundgebung von 2000 Winzern, die einem Aufruf der Zentrumspartei  gefolgt waren,  außer Kontrolle,  als die Demonstranten urplötzlich das Finanzamt stürmten und verwüsteten. Wie der Historiker Christoph Krieger ermittelt hat, waren   in der Nacht vor dem Protesttag in zahlreichen Moselorten  Plakate angeschlagen worden, die zur „Winzermobilmachung“ am Finanzamt aufriefen. Der Leiter der Behörde selbst hatte hierzu morgens sogar einen Drohbrief erhalten. Dessen Absender wie auch die Auftraggeber der Plakate konnten indes nie ermittelt werden.

„Die verborgenen Hintermänner des Bernkasteler Finanzamtssturmes von 1926“, so lautet das Thema eines Vortrages, in dem der Leiter des Traben-Trarbacher Mittelmosel-Museums,  Christof Krieger,    diesem Rätsel nachspüren möchte. Krieger  ist  auf Quellen gestoßen, die darauf hindeuten, dass die Anstifter des legendären Winzertumults möglicherweise aus Kröv stammten.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem „Arbeitskreis für Heimatkunde“ Traben-Trarbach am Freitag, dem 24. Januar 2020, 19  Uhr, in der „Kulturscheune Kröv“ (Robert-Schumann-Straße 208) statt. Der Eintritt ist frei.