Finanzieller Engpass: Verbundkrankenhaus Wittlich will Weihnachtsgeld stunden

Kostenpflichtiger Inhalt: Gestundet : Müssen Mitarbeiter auf Weihnachtsgeld warten? – Krankenhausträger in Wittlich in finanzieller Schieflage

Das Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich steht vor einem finanziellen Engpass. Eine Ursache ist ein hoher Wasserschaden.

Möglicherweise werden die Mitarbeiter des Verbundkrankenhauses Bernkastel/Wittlich einen Teil ihres Weihnachtsgelds für 2019 erst nächstes Jahr im Sommer erhalten. Momentan laufen Gespräche zwischen den Mitarbeitern und der Cusanus Trägergesellschaft Trier. Pressesprecherin Claudia Gerstenmaier sagt auf TV-Anfrage: „Derzeit ist die Geschäftsführung in Gesprächen mit den Mitarbeitern. Es ist richtig, dass daran gedacht wird, 50 Prozent des Weihnachtsgeldes zunächst einzubehalten und dieses dann mit einer zeitlichen Verzögerung – voraussichtlich im Sommer/Juli 2020 – zur Auszahlung zu bringen. Insofern handelt es sich bei der Maßnahme also um eine Stundung.“

 Für die aktuelle Problematik gebe es mehrere Gründe, wozu auch die Lage am angespannten Arbeitsmarkt in der Grenzregion zähle, so Gerstenmaier weiter.

„Die Gründe für diese Situation sind vielfältig und zu differenzieren. Es ist tatsächlich so, dass die derzeitige Entwicklung im Gesundheitsmarkt die Träger vor Herausforderungen stellt und aktuell ihren Niederschlag auch in der wirtschaftlichen Situation findet. Kommen dann besondere Ereignisse hinzu, führt dies zu einer weiteren Verschärfung.“

 Ein Beispiel dafür sei der kapitale Wasserschaden im Neubau in Bernkastel-Kues, der zu erheblichen Verzögerungen bei dem Bauvorhabengeführt habe. In der Großbaustelle kam es im Januar zu einem Leck im zweiten Obergeschoss. Dabei liefen etwa 12 000 Liter Wasser aus. Der Neubau, der 17 Millionen Euro gekostet hat, soll 90 Betten für die Psychiatrie bereitstellen und wird Ende Oktober eröffnet (der TV berichtete mehrfach).

Wegen des Wasserschadens habe sich auch bei der Bereitstellung der Landesfördermittel eine Verzögerung ergeben, so Gerstenmaier, die Wert darauf legt, dass diese Entwicklung in keiner Weise den Behörden zuzurechnen sei, sondern vielmehr in der zeitlichen Bauverzögerung begründet sei.

 Ein weiteres Beispiel für die aktuelle Situation sei die Vergütung der Physiotherapieschüler, die für die ctt eine „zusätzliche, erhebliche, außergewöhnliche Belastung“ darstelle, da die Refinanzierung über den Ausbildungsfonds noch nicht gesichert sei. Die Gespräche zwischen den Trägern und der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz (KGRP) wegen der Übernahme der Kosten würden noch andauern.

Gerstenmaier: „Von seiten der Geschäftsführung wurden bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Mit den eingeleiteten Maßnahmen und der Unterstützung der Mitarbeiter wird davon ausgegangen, die angespannte Situation gemeinsam zu meistern.“

Es komme trotz der aktuellen Probleme jedoch zu keiner Zeitverzögerung bei der Eröffnung der Psychiatrie in Bernkastel-Kues. Dort ist für den 26. Oktober ein Tag der Offenen Tür geplant.Stund

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