Flächen, Linien, Alltagsspuren

BAUSENDORF. Das im Bau befindliche Gemeindezentrum in Bausendorf ist ein architektonisch gelungenes Bauwerk. Ein ganz besonderer Blickfang wird aber im Innern des Hauses zu bestaunen sein. Dort hat der aus Kröv stammende Künstler Ulrich Lebenstedt ein dreiteiliges Keramikwandbild geschaffen.

Noch wird fleißig gearbeitet im neuen Gemeindezentrum in Bausendorf. Verputzer, Maler und andere Handwerker sind dabei, die Innenräume wie Sporthalle, Foyer und Pfarrsaal zu gestalten und einzurichten. Es wird noch einige Wochen dauern, bis das zwei Millionen Euro teure Gemeinschaftsprojekt von Land, Kirche, Orts- und Verbandsgemeinde eingeweiht werden kann.Schmuckstück kurz vor der Vollendung

Im hellen Foyer der Halle steht aber bereits ein ganz besonderes Schmuckstück kurz vor der Vollendung. Der aus Kröv stammende Künstler Ulrich Lebenstedt hat dort ein aus großflächigen glasierten Keramikplatten gestaltetes Wandbild geschaffen. Es ist ein Auftrag im Rahmen der Richtlinie "Kunst am Bau". Ein bis zwei Prozent der Bausumme sind laut einer Verwaltungsvorschrift des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums bei vom Land geförderten Hochbauten für die künstlerische Ausgestaltung vorzusehen. Die Bauherren, also Kirchengemeinde, Ort- und Verbandsgemeinde, haben sich für Leben-stedts Entwurf entschieden. Der 65-Jährige Künstler, Sohn des bekannten Kröver Bildhauers August Lebenstedt, hat schon zahlreiche Kunstwerke an öffentlichen Gebäuden geschaffen. In mehrmonatiger Arbeit - zunächst in seinem Atelier in Trier-Biewer, später in der Halle - ist ein handwerklich und künstlerisch beeindruckendes, dreigeteiltes Wandbild entstanden. Eines der Wandbilder stellt die bäuerliche Landschaft dar. Große, gelbgrüne Flächen zeigen Felder, Getreide und Grünland. Die Komposition ist - so bezeichnet es der Künstler selbst - ein Stillleben in den zauberhaften Farben der Früchte. Das rechte Wandbild suggeriert Menschen in Bewegung, Sport und Begegnung. In der Mitte sind zwei sich zuwendende Personen zu erkennen. Gleichzeitig wird das moderne Leben symbolisiert durch abstrakte Motive wie EKG-Herzfrequenz, Scannerstreifen oder einem überdimensionalen Fingerabdruck. Die farbige Komposition ist gegliedert durch Flächen aus rotem Sandstein und Schiefer, dem Gestein, auf dem die Gemeinde steht. An der linken Wand schließlich ist ein Kreuzmotiv zu sehen. Es ist ein Kreuz ohne den Schmerzensmann, dafür vielmehr ein Symbol in Form des Lebensbaums. Ein Kreuz, das laut Künstler die Spuren unseres Alltags trägt. Die Sporthalle mit Gemeindezentrum wird voraussichtlich in diesem Jahr noch eingeweiht. Wie die Halle heißen soll, steht noch nicht fest. Orts- und Kirchengemeinde haben die Bausendorfer Bürger aufgerufen, Namensvorschläge zu machen.