1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Fledermäuse sind keine Blutsauger

Fledermäuse sind keine Blutsauger

Rund um Fledermäuse dreht sich am 15. März die Familienwanderung über den Römerweg von Hontheim-Wispelt nach Bausendorf. Schüler der Grundschule Alftal haben die Lebensweise der oft mit Vampiren in Verbindung gebrachten Säuger erforscht und Nistkästen gebaut. Diese werden während der Wanderung aufgehangen.

Kinderbeuern/Bausendorf/Hontheim. Sie hämmern und sägen, sie bohren und schrauben: Mehrere Dutzend Drittklässler, Mütter, Väter und Opas bauen im Werkkeller der Schule in Kinderbeuern Nistkästen. Aber nicht für Amseln oder Finken, sondern für Fledermäuse. Der Bau der Unterschlüpfe ist der schulische Abschluss eines fächerübergreifenden Projekts. Mehrere Wochen lang lernten die Kinder im Sachkundeunterricht viel über die Lebensweise der nachtaktiven Flugsäuger, den Nutzen für die Umwelt und uns Menschen und weshalb sie gefährdet sind.
"Wenn wir schlafen, stechen uns manchmal Mücken. Und Fledermäuse jagen Mücken", erklärt der neunjährige Luis. Fledermäuse als natürlicher Feind von Schädlingen ersparen also die chemische Keule. Nur ein Grund, weshalb die Tiere schützenswert sind, zum Beispiel mit dem Bau von Nisthöhlen. Denn ihre natürlichen Lebensräume werden immer weniger. "Fledermäuse wohnen in Baum- und Asthöhlen, Mauerspalten, Kirchtürmen und Erdhöhlen. Viele alte Bäume werden aber abgeholzt. Deshalb haben sie kein Quartier mehr", weiß der achtjährige Leon.
Nicht nur die Klassenlehrerinnen Sarah Völlinger und Dorothee Teusch haben den Kindern viel über Fledermäuse erzählt. Die Schüler haben auch viel selbst recherchiert, in Büchern und im Internet gelesen. Ihr so in Kleingruppen erworbenes Wissen haben sie auf Plakaten festgehalten und ihren Klassenkameraden präsentiert.
Auch mit Vorurteilen gegenüber Fledermäusen räumen die Kinder auf. Das mit dem Blutsaugen, sei nur eine Erfindung des Fernsehens. "Fledermäuse die Blut trinken, gibt es nur in Südamerika, aber nicht hier in Deutschland", sagt Luis. Die 23 in Deutschland lebenden Arten seien harmlos, aber nützlich.
Beim Bau der Nistkästen werden die Kinder von Karl-Heinz Jung angeleitet, der sich für den Schutz der Fledermäuse einsetzt und das gesamte Material zur Verfügung gestellt hat. "Die Tiere schlüpfen von unten ins Innere des zweiteiligen Kastens. Rillen im Holz bieten den Krallen Halt", erklärt der Fledermausexperte. Und wie erkennt man später, ob und von wem die Kästen bewohnt sind, ohne die Tiere zu stören? "Fledermäuse sind ja nachtaktiv. Das erkenne man an den Exkrementen, die nach unten aus den Kästen herausfallen." red
Extra

Installation der Nistkästen: Bei der Familienwanderung von Hontheim-Wispelt nach Bausendorf am Samstag, 15. März, werden die Fledermauskästen entlang der alten Römerstraße an Bäumen aufgehangen. Um 13 Uhr ist Treffpunkt am Parkplatz Blumenreich in Bausendorf (Nähe Kirche). Die knapp fünf Kilometer lange Strecke führt überwiegend bergab. Ziel ist der Spielplatz von Bausendorf-Olkenbach (bei schlechtem Wetter die Grundschule Bausendorf), wo sich die Teilnehmer bei Würstchen und Brötchen stärken können. Organisiert wird die Wanderung von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Eifelverein Bausendorf, der Grundschule Alftal, dem Naturschutzbund sowie dem Arbeitskreis Familie des Pfarrgemeinderats Bausendorf-Olkenbach-Diefenbach. Informationen erteilt Armin Surkus-Anzenhofer, Telefon 06571/1469415.