Fleischwerker kämpfen

THALFANG. Das Hochwald Fleischwerk in Thalfang hat seine Produktion Ende 2005 eingestellt. Das Aus der Firma ist endgültig, daran wird auch der Runde Tisch am 12. Januar nichts ändern, an dem auch Landrätin Beate Läsch-Weber teilnehmen wird. Unterdessen haben die meisten Mitarbeiter, denen gekündigt wurde, Klage auf Wiedereinstellung eingereicht.

Wenn sich am kommenden Donnerstag Arbeitnehmervertreter, Geschäftsführung und Kommunalpolitiker, unter anderem Landrätin Beate Läsch-Weber, die Kreisbeigeordneten und Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, im Thalfanger Rathaus zum "Runden Tisch" treffen, um die Situation der Beschäftigten zu erörtern, ist deren Schicksal längst besiegelt. Das heißt, eine Beschäftigungsmöglichkeit im Fleischwerk wird es für sie nicht mehr geben. Jetzt geht es nur noch darum, die Folgen der Arbeitslosigkeit für die Betroffenen "sozialverträglich" abzumildern. Am gleichen Tag, wenn der Runde Tisch zusammenkommt, findet ein für die Arbeitnehmer wesentlich bedeutenderer Termin statt. Dann wird nämlich vor einer Einigungsstelle, dem ein unabhängiger Richter vorsteht, über den Sozialplan verhandelt. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite konnten sich bislang nicht über die Höhe der Abfindungen und weitere Punkte im Sozialplan einigen. Deshalb klagt auch der größte Teil der betroffenen Beschäftigten auf Wiedereinstellung beziehungsweise auf "Nachteilsausgleich". 74 Mitarbeiter sind gewerkschaftlich organisiert

Rund drei Viertel der 74 betroffenen Arbeitnehmer sind in der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten organisiert, diese haben Rechtsschutz und werden professionell beraten. Rund 50 Vollmachten sind im Trierer Gewerkschaftsbüro bereits eingegangen. Dem Betriebsrat geht es neben einer angemessenen Abfindung auch darum, die Mitarbeiter in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu überführen. Die Gesellschaft zahlt 80 Prozent des Lohnes, finanziert zum größten Teil vom Arbeitsamt und zu einem kleineren Teil vom bisherigen Arbeitgeber. Die Gesellschaft führt Qualifizierungsmaßnahmen durch und hilft bei der Jobvermittlung. Udo Christochowitz, Geschäftsführer Finanzen und Personal bei den Hochwald NahrungsmittelWerken, sagte gegenüber dem TV, dass einige wenige der ehemaligen Fleischwerker in anderen Hochwaldbetrieben weiterbeschäftigt werden könnten. Konkret nannte er vier Stellen, die im Werk in Kaiserslautern besetzt werden, ferner drei im Vertrieb der Hochwaldwerke in Thalfang. Vier Mitarbeiter könnten in Altersteilzeit gehen. Insgesamt sei eine Lösung für 14 Beschäftigte gefunden worden. Das Entscheidung, das Fleischwerk zu schließen sei, so Christochowitz, endgültig. Daran werde sich seiner Meinung nach auch nach der Sitzung des Runden Tisches nichts ändern. Landrätin Beate Läsch-Weber sagte gegenüber dem TV: "Es wird zu klären sein, wie den Beschäftigten konkret Hilfe angeboten werden kann und welche alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb des Konzerns bestehen oder geschaffen werden können."

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