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Fleißige Helfer sparen der Kirche viel Geld

Fleißige Helfer sparen der Kirche viel Geld

Arbeit statt Freizeit: Zumindest für acht Merscheider Männer und weitere Helfer war das in den vergangenen Wochen die Losung. Sie haben den Innenanstrich der Kirche im Ort übernommen. 50 000 Euro sollte das kosten, durch die Eigenleistung musste allerdings nur das Material bezahlt werden. Ersparnis: etwa 47 500 Euro.

Merscheid. Freundlich und hell und vor allem in strahlendem Weiß: So finden Besucher die Merscheider Kirche vor. Erwähnenswert ist das deswegen, weil die Wände zuletzt dunkel und unansehnlich waren. Nun wirken sie wie neu verputzt und verhelfen der Pfarrkirche (siehe Extra) zu ihrem früheren Glanz.
Dafür haben engagierte Bürger des 400-Einwohner-Dorfes gesorgt. Sie legten sich unermüdlich als ehrenamtliche Handwerker ins Zeug. So wie Edmund Alt, der die unentgeltlich geleisteten Stunden notierte: Am Ende kommt er auf 600 Stunden.
Männer, Frauen - alle helfen mit



Viele davon gehen auf sein Konto und auf das von sieben weiteren Helfern: Martin Lehnen, Erwin Licht, Gerhard Marx, Thomas Petry und Klaus Rummel sowie Norbert Adam und Helmut Reichert. Darüber hinaus haben weitere Männer beim Auf- und Abbauen des Gerüstes oder einer der vielen anderen Arbeiten, die drum herum anfielen, geholfen. Auch die Frauen standen in den Startlöchern: Als Putzkolonne machten sie sich unverzüglich an die Arbeit, sobald die Männer die Baustelle verlassen hatten.
Eine enorme Leistung, die das Team geleistet hat. Denn das Bistum kalkulierte für den Innenanstrich Kosten von 50 000 Euro ein. Gerade einmal 2500 Euro müssen nun gezahlt werden, für das Material. Das Gerüst stellte ein Merscheider kostenlos zur Verfügung, was der Pfarrei auch fast 5000 Euro einsparte.
"Das Geld, um ein Unternehmen mit den Arbeiten beauftragen zu können, hätten wir nicht aufbringen können", sagt Edmund Alt. Was sie darüber hinaus alle während der monatelangen Arbeit motivierte, war laut Alt der Wunsch, "in ein schönes Gotteshaus gehen zu können". Vorher sei der Innenraum ja fast schwarz gewesen.
Pfarrer Markus Weilhammer würdigt das Engagement. Die Wände seien zuerst mit Schwämmen gereinigt und dann neu gestrichen worden. Dafür musste andauernd das Gerüst mit den Sicherheitsvorrichtungen auf- und abgebaut oder verschoben werden. Bei der Gelegenheit wurde zudem die Beleuchtung geändert, was ebenfalls der neuen Optik in Weiß mit roten Akzenten zugutekommt. Vorher sei alles grau in grau gewesen, sagt der Merscheider Pfarrer.
Die Leistung des Teams sei für ihn daher nicht hoch genug zu bewerten: "Die Kirchengemeinde hätte das so nie schultern können." Darüber hinaus sei es natürlich einfach toll, wenn Menschen sich derart für ihre Kirche einsetzten, sie erhalten und herausputzen wollten.
Extra

Die Kirche St. Georg im Morbacher Ortsbezirk Merscheid wurde 1826 bis 1827 erbaut und am 24. April 1831 geweiht. Seit 1722 ist die Pfarrei selbstständig. In den frühen 1970er Jahren wurde die Kirche grundlegend erweitert, so dass sie heute eher zu groß als zu klein ist. Vorgängerbauten waren eine bereits 1569 erwähnte Kapelle, die ursprünglich zu Berglicht gehörte. 1716 wurde an den uralten und heute nicht mehr erhaltenen Turm des baufälligen Gebäudes eine neue Kirche gebaut, die 1768 erweitert wurde. Heute zählen zur Pfarrei Merscheid mit insgesamt 590 Katholiken drei Kirchen in Merscheid, Heinzerath und Elzerath.urs