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Fördertopf für regionale Projekte gut gefüllt

Fördertopf für regionale Projekte gut gefüllt

Mehrgenerationenspielplätze, barrierefreie Zugänge, Vermarktung regionaler Produkte: Viele innovative Projekte in Hunsrück und Hochwald werden von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf gefördert. Um alle unterstützen zu können, hat sie nun weitere 300 000 Euro an Zuschüssen erhalten.

Morbach/Thalfang/Hermeskeil. Es gibt neues Geld aus Brüssel: Die Lokale Aktionsgruppe Erbeskopf erhält Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro. Der Grund: Der bisherige Fördertopf mit 1,65 Millionen Euro reicht laut Werner Haubrich, Geschäftsführer der LAG Erbeskopf, nicht mehr aus. Eine Million Euro sei bereits an Projekte gebunden, etwa 900 000 Euro würden für weitere, noch offenstehende Vorhaben benötigt, sagt Haubrich. Mit der zusätzlichen Förderung könnten diese nun auf den Weg gebracht werden.
Doch nicht jedes Projekt kann von der LAG und damit dem europäischen Leader-Programm (siehe Extra) gefördert werden. Es müsse etwas besonderes sein, sagt Haubrich. Ein normales Bauvorhaben sei beispielsweise nicht förderungswürdig. Gehe es aber um Barrierefreiheit, sehe das schon wieder anders aus. Laut Haubrich soll zudem darauf geachtet werden, dass die Bürger in die Projekte mit eingebunden sind.
Noch bis Ende 2013 läuft die derzeitige Förderperiode. Solange kann das Aktionsbündnis Geld aus Brüssel nutzen und damit auch relativ kleine Projekte im ländlichen Raum unterstützen. Insgesamt 25 Vorhaben seien in den vergangenen vier Jahren bereits gefördert worden, sagt Haubrich. Darunter der Internet-Relaunch der Hunsrück-Touristik, der Erlebnisspielplatz im Morbacher Erholungsgebiet Ortelsbruch, der Aufbau eines Hochseilgartens am Erbeskopf sowie die touristische Aufwertung der Burg Grimburg.
Nun sollen weitere Projekte aus der Gemeinde Morbach sowie den Verbandsgemeinden Thalfang, Hermeskeil und Kell am See profitieren. Die wichtigsten offenstehenden Vorhaben sind dort laut Haubrich:
Die regionale Wertschöpfung "Ebbes von Hei": Unter dieser Regionalmarke sollen landwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen aus dem Hunsrück und nördlichen Saarland gemeinsam vermarktet werden. 100 000 Euro an Zuschüssen zum Aufbau von Netzwerken und für Werbekampagnen sind geplant. Bislang steht allerdings die genaue Gebietskulisse noch nicht fest. Morbach, Thalfang, Hermeskeil, Kell am See und Losheim unterstützen das Projekt. Wadern und Weiskirchen haben eine Entscheidung vorläufig aufgeschoben (der TV berichtete).
Das Kreisjugendhaus in Kell am See: Seit 1989 besteht das Kreisjugendhaus, nun soll es ausgebaut werden. Es ist geplant, aus dem reinen Gästehaus ein regionales Bildungswerk mit natur- und erlebnispädagogischen Angeboten zu machen. Ein LAG-Zuschuss von 240 000 Euro zu den geschätzten Gesamtkosten von 475 000 Euro ist vorgesehen.
Die Dorf- und Kulturscheune Rascheid: Aus dem leerstehenden Bauernhaus "Haus Nonninger" wird eine Dorf- und Kulturscheune. Unter anderem ist geplant, dort Lagerräume, eine Reparaturwerkstatt, das Ortsbürgermeisterbüro sowie das Gemeindearchiv einzurichten.
Der Dorfladen in Mandern: Die Gemeinde will das Gebäude gegenüber der Schule sanieren und dort einen Dorfladen einrichten, damit die Menschen wieder im Ort einkaufen können. Ziel ist, das Geschäft 2013 zu eröffnen.
Das Beweidungsprojekt "Panzbruch" in Greimerath: Im Naturschutzgebiet "Panzbruch" sollen Galloway-Rinder weiden, um so die weitere Verbuschung zu verhindern. Die könnte sonst den ansässigen Arten die Lebensbedingungen entziehen.Extra

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf ist eine von insgesamt zwölf Aktionsgruppen im Land Rheinland-Pfalz. Mitglieder der LAG Erbeskopf sind die Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil, Kell, Thalfang am Erbeskopf, Birkenfeld und Herrstein, die Einheitsgemeinde Morbach, Teile der VG Ruwer und Bernkastel-Kues sowie drei Stadtteile von Idar-Oberstein. Im Aktionsgebiet der LAG mit seinen 129 Ortsgemeinden wohnen insgesamt rund 100 000 Menschen. Gefördert werden Projekte in den Feldern Tourismus und Freizeit, Dorfentwicklung, Energie und regionale Produkte. In der Regel ist ein Zuschuss von 50 Prozent möglich, die andere Hälfte der Kosten müssen die Antragsteller selbst tragen. axExtra

Das steckt hinter Leader: Leader ist die Abkürzung für "Liaison Entre Actions de Développement del\\' Economie Rurale" (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Das ist eine Initiative der Europäischen Union zur Förderung und Entwicklung der ländlichen Regionen in Europa. Die Bürger sollen motiviert werden, sich mit finanzieller Unterstützung der EU für ihre Region starkzumachen. Leader wurde 1991 gestartet. Aktuell läuft die vierte Förderperiode von 2007 bis 2013. Für Rheinland-Pfalz stehen in dieser Zeit 21 Millionen Euro zur Verfügung. thie