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Traben-Trarbach
Förderverein soll Ausstellung über Bruno Möhring unterstützen

 Von Bruno Möhring geplant: das berühmte Brückentor in Traben-Trarbach.
Von Bruno Möhring geplant: das berühmte Brückentor in Traben-Trarbach. FOTO: Winfried Simon
Traben-Trarbach. In Traben-Trarbach ist das Werk des Jugendstilarchitekten allgegenwärtig. Die Gründungsversammlung des Fördervereins ist am Donnerstag, 14. März, im Stadthaus „Alter Bahnhof“. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Um die Bedeutung des Werks des Jugendstilarchitekten Bruno Möhring für den Moselraum und darüber hinaus zu sichern und zu erhalten, wird am Donnerstag, 14. März, 19 Uhr, im Stadthaus „Alter Bahnhof“ in Traben ein Förderverein gegründet. Der Verein soll dazu beitragen, ein breites öffentliches Bewusstsein für Bruno Möhring und sein Werk zu schaffen und aktiv zu unterstützen.

Derzeit ist eine Dokumentation über Möhrings Architekturwelt im Brückentor in der Planung. Es wird die erste und einzige in Deutschland sein. Weder der Historische Arbeitskreis in Berlin-Marienfelde noch die Berlinische Galerie, die beide Nachlassteile verwalten, planen etwas Ähnliches.

Nach Möhrings Entwürfen entstand 1898/99 zwischen Traben und Trarbach die Fachwerkbogenbrücke über die Mosel. Davon ist heute nur das imposante Widerlager, das Brückentor, erhalten. Insgesamt zwölf Bauten sind noch heute in Traben und Trarbach, in Enkirch und Lösnich zu sehen. Zu nennen sind das Hotel Clauss-Feist (heute Hotel Bellevue) mit größtenteils erhaltener von Möhring entworfener Inneneinrichtung, die Villa Huesgen, die Villa Breucker, der Erweiterungsbau für das Kur- und Logierhaus Wildstein bei Traben-Trarbach (heute Kurhotel Parkschlösschen) und die Großkellerei Julius Kayser (heute Buddha-Museum).

Dazu kommen in Buckow das Brecht-Weigel-Haus, in Mainz der Traubensaal in der Kellerei Kupferberg (ursprünglich Deutsches Haus auf der Pariser Weltausstellung 1899) und in Brandenburg das Haus Lehmann. In Oberhausen befinden sich die Siedlung Grafenbusch und weitere Gebäude, in Burg (Spreewald) steht der Bismarckturm und in Lauchhammer die Grundhof Siedlung. Vielen bekannt ist die Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund und natürlich das Museo del Chopo in Mexico City, ursprünglich eine Ausstellungshalle auf der Industriemesse in Düsseldorf 1902. In Berlin sind neben Möhrings Wohnhaus noch drei Brücken, der Bahnhof Bülowstraße und einige Wohnblocks erhalten.

All diese Werke von Bruno Möhring sollen im Brückentor dauerhaft präsentiert werden. Neben Fotos und Texten zu allen Werken sollen Mappen zu Möhrings Leben und Gesamtwerk, zum Jugendstil, zu befreundeten Architekten und zeitgenössisches Fotomaterial die Dokumentation abrunden. Die Dauerausstellung über Bruno Möhring soll im Oktiober eröffnet werden.

Heidrun Bernitt, Diplom-Designerin aus Bernkastel-Kues, hat viel recherchiert. Sie hat sich inzwischen ein kleines Netzwerk aufgebaut, um mehr über Bruno Möhring zu erfahren und vor allem, um zeitgeschichtliche Dokumente zusammenzutragen. Das ist kein einfaches Unterfangen, denn über Möhring gibt es nur wenig Schriftliches.

Möhring war nicht nur Architekt von imposanten Gebäuden, er hat auch Gebrauchsgegenstände wie Möbel, Lampen und Vasen entworfen. Etliche seiner Wohnhäuser hat er im Inneren ausgestaltet, außerdem auch Geschäftsräume und Ladenlokale. Vor allem um die Jahrhundertwende entwarf Möhring kunstgewerbliche Arbeiten. Schmuckstücke, Lampen und Möbel stammten aus seiner Feder. Dazu kamen architektonische Dekorationen wie Tür- und Fenstergitter und Treppengeländer.

Bernitt hofft, einige solcher Gegenstände in der Ausstellung zeigen zu können. In Traben-Trarbach dürfte in manchen Häusern noch einiges aufzufinden sein. Einen Möhring-Originalschrank hat Heidrun Bernitt auftreiben können.

Zur Gründungsversammlung des Fördervereins sind alle eingeladen, den Verein mit Spenden, tatkräftiger Mitarbeit oder Fundstücken zu unterstützen.