Forst: Fehlbetrag deutlich geringer

Forst: Fehlbetrag deutlich geringer

TALLING. (GM) Trotz der bekannten Probleme im Forst steht der Tallinger Gemeindewald besser da, als ursprünglich vorgesehen. Ein Gutachter soll eine mittelfristige Betriebsplanung erarbeiten.

In der Sitzung des Tallinger Gemeinderats lag der Entwurf eines Wirtschaftsplans für den Tallinger Gemeindewald vor, der von deutlich besseren Zahlen als denen ausgeht, die in der mittelfristigen Planung enthalten sind. So verminderte sich das für das vergangene Jahr prognostizierte Defizit von 9600 Euro auf 3500 Euro. Dieser Betrag enthält noch eine anteilige Summe von Forderungen aus einem Insolvenzfall in der Holzindustrie.Mit etwas Glück und einer genaueren Vertragsinterpretation seitens der Verantwortlichen in der Landesforstverwaltung hätte das Defizit für das Forstwirtschaftsjahr 2002 vielleicht auf einen unbedeutenden Betrag reduziert werden können. In der mittelfristigen Planung des noch gültigen Forsteinrichtungswerks liegt man aber erheblich unter den geschätzten Zahlen.Denn das seit Oktober 1995 gültige Plandokument für die Bewirtschaftung des Tallinger Gemeindewaldes geht von einem Gesamtdefizit in Höhe von 110 000 Euro in 10 Jahren aus. Nach sieben Jahren ist aber ein Fehlbetrag von bisher insgesamt nur 18 000 Euro aufgelaufen.Für das Forstwirtschaftsjahr 2003 wird ein Minus von 6618 Euro erwartet. In der Zehn-Jahresplanung wäre man dann bei knapp unter 25 000 Euro Fehlbetrag insgesamt angelangt. Die klare Verbesserung gegenüber der mittelfristigen Projektion führte Forstdirektor Wagner (Dhronecken) auf hartnäckige Bemühungen zurück, auf der Ausgabeseite zu sparen. Denn der Holzmarkt geht zur Zeit nicht. Der Markt für den Absatz von Buchenholz ist völlig zusammengebrochen. "Fasseiche geht", meinte Wagner, "Fichte geht auf mittlerem Preisniveau."In 2003 ist ein Neueinhieb von insgesamt 650 Festmetern geplant. Das ist beinahe genau die Menge, die im Vorjahr eingeschlagen wurde. Sie bewegt sich bei einem Hiebsatz, also der durchschnittlichen Menge Holz, die laut Forsteinrichtung eingeschlagen werden darf, von 605 Festmetern "absolut im Lot", so Wagner.14 000 Euro sind für die Grillhütte eingeplant

Der Tallinger Rat billigte den neuen Forstwirtschaftsplan einstimmig. Ebenso stimmte der der Erarbeitung eines neuen Forsteinrichtungswerks zu. Es soll in diesem Jahr noch in Kraft treten. Mit der Neuordnung der Forstämter beabsichtigt die Landesforstverwaltung eine Synchronisierung der einzelnen Forsteinrichtungswerke. Die Tallinger beauftragten mit ihrem Beschluss einen Gutachter aus der staatlichen Forstverwaltung zur Erarbeitung dieser mittelfristigen Betriebsplanung. Der Gemeinde entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.Ortsbürgermeister Rudi Marx legte seinem Gemeinderat den aktuellen Sachstand zum Thema Grillhütte dar. Die Ratsvertreter fassten einstimmig einen Grundsatzbeschluss, die Probleme Toilettenbau und Stromversorgung anzugehen. Im Haushalt sind dafür 14 500 Euro vorgesehen. Zunächst soll ein den fachlichen Anforderungen genügender Plan gezeichnet werden, dann sollte überlegt werden, wie und in welcher Weise Eigenleistungen erbracht werden können und müssen.Ein Grundsatzbeschluss erging im Zusammenhang mit dem Thema Kühltruhen. Diese Einrichtung muss in jedem Jahr mit einem Betrag von 1100 Euro aus dem Gemeindeetat bezuschusst werden. Eine weitere Gebührenerhöhung mache, so die Meinung des Ortsbürgermeisters, wenig Sinn. Nach der aktuellen Entscheidung des Gemeinderats wird das Angebot bis Jahresende auslaufen. Wie zu hören war, sind noch 25 Haushalte betroffen. In einer Bürgerversammlung soll darüber informiert werden.Ohne größere Diskussion passierte eine neue Hundesteuersatzung das Gremium.Ortsbürgermeister Marx brachte zudem die Thematik Dorferneuerung in die Sitzung ein. Nach den Worten von Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo ist die Dorferneuerung in Talling gut abgearbeitet worden. In einem solchen dynamischen Prozess, wie ihn eine Dorferneuerung darstelle, gebe es, so Dellwo, immer wieder neue Ansätze, Ideen und Notwendigkeiten. Hier sei zunächst eine Art "Brainstorming" angesagt, bevor man gründlichere Aussagen wagen könne.Zum Abschluss verlas Rudi Marx einen Bescheid der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, in dem der Firma Abo-Wind die Genehmigung zur Errichtung einer Windkraftanlage auf der Gemarkung Talling versagt wurde.

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