Fotovoltaik statt Messdaten?
Noch stehen Untersuchungen an, und ein Bebauungsplan muss auch auf den Weg gebracht werden. Doch wenn alles glatt läuft, könnte schon 2008 in Deuselbach eine Fotovoltaikanlage gebaut werden.
Deuselbach. (urs) Gut zwei Jahre nach dem Aus für die Deuselbacher Messstelle des Umweltbundesamtes eröffnet sich der Gemeinde eine interessante Alternative. Der Bürgerservice Trier hat Interesse bekundet, auf der Höhe in Richtung Immert eine Fotovoltaikanlage zu errichten. Geschäftsführer Horst Schneider hat in der jüngsten Ratssitzung ein Konzept für eine Anlage mit einer Leistung von drei bis vier Megawatt vorgestellt. Das entspreche schätzungsweise dem Bedarf eines Dorfes mit etwa 1200 Einwohnern, erklärt Schneider.Gemeinde erhält Einnahmen durch Pacht
Die Gemeinde steht einem solchen Vorhaben positiv gegenüber. Der anschließende Beschluss, mit dem Bürgerservice so etwas anzupacken, lässt daran keinen Zweifel. Bauherr sei aber der Bürgerservice und nicht Deuselbach, macht Ortsbürgermeister Reinhard Manz deutlich. Die Gemeinde stelle lediglich das Gelände zur Verfügung, wofür sie dann später Pachteinnahmen verbuchen könne. Bis es soweit ist, dürfte aber seiner Einschätzung nach noch einige Zeit ins Land gehen. Zum einen sei von Seiten des Rates ein alternativer Standort unterhalb der ehemaligen Wetterstation ins Gespräch gebracht worden. Daher seien weitere Untersuchungen erforderlich, welche Fläche sich nun am besten eigne. Zum anderen müsse ja ein Bebauungsplan aufgestellt werden, weshalb die Realisierung des Projektes natürlich vom Genehmigungsprozedere abhänge. Je nachdem, wie viele Einwände es gebe, könne sich das ganze dann nach hinten verschieben. Eventuell könnte eine solche Anlage jedoch in ein oder zwei Jahren ihren Betrieb aufnehmen. Für Schneider ist es schon erfreulich, dass sich Bürgerservice und Gemeinde "positiv aufeinander zu" bewegten. Bürgerservice will Arbeitsplätze sichern
Das Interesse der gemeinnützigen Gesellschaft am Bau solcher Anlagen beruhe auf verschiedenen Überlegungen. Zum einen stehe der Bürgerservice hinter der Nutzung alternativer Energien. Zum anderen biete das Vorantreiben einer solchen Projektentwicklung auch Vorteile für die eigene Gesellschaft. Beim Bau einer Anlage fielen Arbeiten an, die die eigenen Leute ausführen könnten. Abteilungen wie Gärtnerei und Tiefbau hätten so die Chance einer besseren Auslastung: "Es geht darum, als Dienstleister Arbeitsplätze in der Region zu sichern." Diese Effekte würden letztlich den beschäftigten behinderten Menschen zugute kommen. Andererseits habe die Gesellschaft bei der Kooperation mit einem Investor, der Know-how und Geld einbringe, aber auch das Ziel vor Augen, etwas zu verdienen. Mit dem Bau einer ersten, in Longuich geplanten Anlage werde vielleicht schon bald begonnen. Sofern es mit den Plänen für Deuselbach zügig weitergehe, könnte vielleicht noch in diesem Jahr Baurecht erlangt und eventuell ab 2008 gebaut werden.