FRAGE DER WOCHE

MORBACH. (urs) Täglich gibt es neue Schlagzeilen aus dem Hause Siemens und von "BenQ Mobile", dem Unternehmen, das deren Handysparte übernommen hat. Wie ist ihre Meinung zu den Meldungen über Vorstandsgehälter und den Insolvenzantrag von "BenQ"? Das ist die Frage der Woche, die der Trierische Volksfreund Passanten in Morbach gestellt hat.

Heinrich Schüttel, Schauren: Es ist furchtbar. Dass man die Leute so hinters Licht führt! Nach meinem Dafürhalten ist das bewusst gemacht worden - die haben ja sogar noch Geld gezahlt, und die Leute lassen sie dann einfach auf dem Trockenen sitzen. Und die Politiker? Taten hab ich von denen noch keine erlebt, aber große Worte schon. Aber wenn sie mit den Konzernchefs dann unter sich sind, klüngeln sie mit denen rum. Josef Lübeck, Traben-Trarbach: Ich bin der Meinung, dass das Ganze wohlüberlegt war - von beiden Firmen. Das war ne Fusion, die von Vorneherein zum Scheitern verurteilt war - so war das geplant. Die Leute, die jetzt auf die Barrikaden gehen, die haben schon Recht. So schlecht war das Handygeschäft ja nun auch wieder nicht. Und jetzt tun sie es schön reden, indem sie sagen, wir verzichten ja auf unsere Gehälter. Klaus Kunze, Morbach: Das war von Vorneherein geplant. Wir müssen irgendwann wachsamer werden, wir Deutschen. Wir lassen alles über uns ergehen. Siemens wollte sich da gesund stoßen. Also haben sie sich ihre 30 Prozent Gehaltserhöhung verabreicht, von der sie auf Druck der Öffentlichkeit jetzt doch zurück getreten sind. Es geht ja bei den großen Konzernen nur darum, dass jeder die größten Gewinne haben will. Christel Schuh, Morbach: Die Firma brauchte nichts zu zahlen und hat noch Geld dazu bekommen - und nun ein Jahr später ist das Geld weg und die Arbeitsplätze auch. Im Endeffekt werden die kleinen Leute nur veräppelt. Wenn bei den Unternehmen etwas schief geht, wird immer geholfen, die werden noch gefördert. Aber wenn bei den Kleinen etwas schief geht, kümmert sich keiner drum. (urs)/TV-Fotos (4): Ursula Schmieder