Fraktion verlangt Entschuldigung vom Ministerium

Morbach · Ein Satz eines Mitarbeiters von Landesforsten bei einer Veranstaltung zum Thema Nationalpark in Morbach soll Zuhörer verärgert haben. Die FWM-Fraktion des Gemeinderats verlangt eine Entschuldigung. Das Ministerium bedauert jedoch lediglich ein mögliches Missverständnis.

Morbach. "Es kommt mir vor wie bei Kindern, die über Schulpflicht diskutieren, anstatt ihre Hausaufgaben zu machen." Diesen Satz hat Ralf Laux von Landesforsten am Ende einer Veranstaltung des Vereins "Ja zur Natur - Nein zum Nationalpark" Anfang September in Morbach gesagt. 150 Besucher waren dabei.
Laut Achim Zender, Fraktionsvorsitzendem der FWM im Morbacher Gemeinderat, hat der Ausspruch Unmut und Verärgerung unter den Teilnehmern der Veranstaltung und darüber hinaus verursacht. In einem Brief an das Ministerium verlangt Zender eine zeitnahe Entschuldigung.
Schallende Ohrfeige



Laux habe vor seinem umstrittenen Ausspruch die Veranstaltung mit dem Hinweis kritisiert, es seien abenteuerliche Vermutungen aufgestellt worden. Laut Zender haben viele Bürger an diesem Abend Fragen gestellt. Zender kritisiert den Laux-Ausspruch in seinem Brief als "schallende Ohrfeige" und "kollektiv beleidigende Aussage", die für die FWM und viele Bürger inakzeptabel und ehrverletzend sei.
Auf TV-Anfrage beim Ministerium antwortet die Sprecherin Stefanie Lotz: "Herr Laux hat klargemacht, dass es sich bei seiner Aussage um ein Gleichnis zur Biodiversitätsstrategie handelt, das ist den Freien Wählen offensichtlich nicht deutlich geworden." Die Aussage solle einen völlig richtigen Sachverhalt deutlich machen und könne keineswegs als beleidigend aufgefasst werden. Laux: "Es besteht also kein Anlass, sich für diese Aussage zu entschuldigen. Allerdings tut es uns sehr leid, wenn es zu einem Missverständnis gekommen ist."
Lotz erläutert weiter, Rheinland-Pfalz stehe in der Pflicht, die von der Bundesregierung beschlossene Biodiversitätsstrategie umzusetzen. Laux habe dies mit der Schulpflicht verglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ausdrücklich gefordert, dass sich bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder völlig frei entwickeln und wieder Wildnis werden sollten. Rheinland-Pfalz komme dieser Pflicht nach, übernehme mit dem Staatswald die Verantwortung und nehme zehn Prozent der Fläche aus der Nutzung.
Nationalpark und Naturschutz



Das Land mache seine Hausaufgaben gut, denn mit einem Nationalpark könne der Naturschutz mit der regionalen Entwicklung einer strukturschwachen Region verbunden werden.
Lotz fasst zusammen: "Die Aussage sollte also deutlich machen, dass es nicht um das Ob geht, sondern um die Frage, wie man das Zehn-Prozent-Ziel in Rheinland-Pfalz umsetzen kann."
Achim Zender hat bis gestern noch keine Antwort des Ministeriums erhalten. Diese wollte er für eine Stellungnahme abwarten. mai

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