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Franz-Josef Sprute leitete 33 Jahre Forstämter an der Mosel

Porträt : Vom Gartenbeet zum Waldumbau – Franz-Josef Sprute leitete 33 Jahre Forstämter an der Mosel

Der Traben-Trarbacher Franz-Josef Sprute leitete 33 Jahre die Forstämter Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach. Jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Die Forstarbeit ist Franz-Josef Sprute quasi in die Wiege gelegt worden: „Als Kind habe ich im eigenen Garten schon Bäume gepflanzt und zugeschaut, wie sie wachsen“, sagt der langjährige Leiter des Forstamtes Traben-Trarbach. Doch der Ärger für den kleinen Jungen war vorprogrammiert, denn das Gemüsebeet, das er dafür genutzt hat, war für andere Pflanzen angelegt.

Bald jedoch wird der langjährige Leiter des Forstamts Traben-Trarbach mit den Themen Wald und Forst kürzertreten. Denn zum 30. September begibt sich der 65-Jährige in den Ruhestand.

Viel früher als Sprute kann man wohl keinen Einblick erhalten in die Themen Forst und Wald. Denn sein Vater hatte einst das Forstamt Gerolstein geleitet. „Da bin ich als Kind schon mitgegangen in den Wald“, sagt er.

Nach Abitur und Bundeswehr absolvierte Sprute ein Forststudium in Freiburg und wechselte nach seiner Referendarzeit erst in die Forstplanung und anschließend in die forstliche Versuchsanstalt. Ab 1987 leitete Sprute das Forstamt Bernkastel-Kues, 2004 nach der Forstamtsreform das größere und neu zugeschnittene Forstamt Traben-Trarbach, das sich aus den vorherigen Amtsgebieten von Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach sowie Teilen des vorherigen Forstamtes Wittlich zusammensetzte.

Wenn Sprute jetzt auf seine Laufbahn zurückschaut, wie hat sich der Wald verändert? „Damals stand der Forst als Wirtschaftsbetrieb im Vordergrund“, sagt er. Heute würden mehr die weiteren Funktionen der Wälder berücksichtigt, wie der Erholungsnutzen, der Erhalt des Waldes als Ökosystem und als Grundwasserreservoir. Denn der Klimawandel sei im Wald angekommen.

Seine erste Bewährungsprobe als Forstamtsleiter hatte Sprute 1990, als durch die Stürme Wiebke und Vivian 150 000 Festmeter Holz anfielen, „das fünffache des normalen Einschlags“, sagt er. Damals habe man, auch unter dem Eindruck des sauren Regens und des dadurch befürchteten Waldsterbens, umgedacht und mit dem naturnahen Wald­umbau begonnen, erinnert er sich. „Weg von der Monokultur, hin zum Mischwald, der vom Laubholz geprägt wird“, sagt er.

Heute stehe der Wald wieder vor einer Bedrohung aufgrund des Klimawandels und des damit aufkommenden Borkenkäfers. „Das Überrollen des Klimawandels ist ein größeres Problem als das damalige Waldsterben“, sagt er. Seinerzeit reichten nationale Maßnahmen wie das Kalken der Wälder, um den sauren Regen auszugleichen. Heute sei es ein globales Problem. Zumal inzwischen auch massive Schäden an Buchen verzeichnet werden. „Die Buche ist die natürliche Waldgesellschaft. Wenn die stirbt, wird es dramatisch“, sagt er.

Die Hauptaufgabe seines Nachfolgers werde es sein, die Funktionen des Waldes durch einen Umbau in einen klimastabilen Wald, zu gewährleisten, sagt Sprute. Was ihm sehr am Herzen liegt, ist der Zusammenhang von Waldwirtschaft und Wild. „Wir haben auf den meisten Flächen überhöhte Wildbestände“, sagt er. Wenn die Förster den Wald neu bepflanzen, können sie nicht alle Flächen durch Gatter gegen Wildverbiss schützen, sagt er. Rehe und Rotwild gehen an die Baumarten, die die Förster künftig verstärkt anpflanzen wollen. „Der Waldumbau muss durch effiziente Bejagung unterstützt werden“, sagt er. Sprute möchte es anderen überlassen, seinen Nachfolger bekannt zu geben. Es handele sich um einen jungen Mann, der bisher im Bundesforst tätig gewesen sei.

Was macht Sprute, wenn er in wenigen Tagen außer Dienst ist? „Ich werde mich mehr der Familie widmen“, sagt der verheiratete Ehemann und Vater von drei Kindern im Studentenalter. Zudem hat er privat einen großen Garten. „Da gibt es Projekte, die auf Realisierung warten“, sagt er. Doch dem Wald bleibt Sprute verbunden. Denn in der Eifel verfügt er über Privatwald. „Die Aufgaben bleiben da dieselben, nur flächenmäßig reduziert.“