Französische Grammatik und Kanu fahren und Musik hören

Manderscheid · Jugendliche kommen aus ganz Deutschland, Luxemburg und der Schweiz nach Manderscheid, um ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Mit einem halben Tag Unterricht, Workshops und Spaß nähern sie sich der Sprache.

Anu und Bernadette basteln Lesezeichen in den Workshops des Sprachcamps. Die Anleitung dafür gibt es auf Französisch. TV-Foto: Christina Bents

Manderscheid. Aus den Kellerräumen der Jugendherberge hört man fröhliches Stimmengewirr und aus dem CD-Spieler das französische Lied "Je Veux" der Sängerin Zaz. Tom und Katja sitzen gemeinsam mit sieben anderen Jugendlichen zusammen, basteln Armbänder und malen Bilder. Untereinander sprechen die angehenden Erwachsenen meist Deutsch, aber mit ihren Betreuern ausschließlich Französisch. Sie sind zwei von insgesamt 19 Jugendlichen, die in der Manderscheider Jugendherberge an einem Französisch-Sprachcamp teilnehmen. Das heißt für die 11- bis 16jährigen, die aus Wittlich, Trier, Luxemburg, aber auch aus Speyer oder der Schweiz anreisen, dass sie eine Woche lang vormittags von 9 Uhr bis 12.30 Uhr Unterricht haben, in dem sie an ihrem Wortschatz und der Grammatik arbeiten. Nachmittags geht es weiter mit Workshops, in denen gebastelt, Theater gespielt oder Musik gehört wird. Zum Programm gehören auch Ausflüge, beispielsweise Kanu fahren auf der Mosel, Klettern auf dem Mont Royal oder Volleyball spielen auf dem Gelände der Jugendherberge. Damit alle im Camp etwas lernen, werden die Kinder nach ihren Kenntnissen in verschiedene Gruppen eingeteilt. Französischlehrer Philippe Serre erklärt: "Wie viel die Kinder hier lernen, hängt hauptsächlich von ihrer Motivation ab, mit der sie herkommen. Uns ist wichtig, dass sie die Sprache mögen und merken, dass Französisch nicht nur ein Fach in der Schule ist, sondern ein Kommunikationsmittel." Und das lernen die meisten sehr schnell. Isabella, Teilnehmerin des Camps, erklärt: "Mein Wortschatz ist schon erweitert worden, weil hier auch mehr Alltägliches Thema ist." Und Mayra sagt: "Das Lernen ist hier spielerischer und die Atmosphäre ruhiger als in der Schule, weil man hier nicht bewertet wird." Philippe Serre fällt immer wieder auf, "dass die Schüler sich manchmal selbst erschrecken, wenn sie merken, dass sie sich auf Französisch unterhalten, und sich in der Sprache ausdrücken können."
Die Abende klingen im Camp meist mit Musik aus. Bei just Dance, bei dem ein Tanz auf einer Leinwand zu sehen ist und nachgetanzt wird oder dem Discoabend mit Crêpes können die Jugendlichen entspannen und die Gemeinschaft und die Sprache genießen. chb