1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Französische Karten weisen Fehler auf

Geschichte : Französische Karte weist Fehler auf

Der Freundeskreis der Klosterbibliothek erwirbt Karten zur Klausener Schlacht. Der Tipp kam aus Bonn. Das Stadtmuseum Trier hat dabei kooperiert.

(chb) Es ist ein historisches Ereignis im Wittlicher Raum: 60 000 Soldaten standen sich im Oktober 1735 im Salmtal gegenüber. Etwa 30 000 gehörten der Reichsarmee unter der Führung Österreichs an, und etwa die gleiche Anzahl waren französische Soldaten. Der polnische Erbfolgekrieg war Hintergrund des militärischen Zusammentreffens.

In der einzigen offenen Schlacht, der Schlacht bei Klausen, kamen 245 Soldaten ums Leben. Wegen Regens wurde damals nicht weitergekämpft, sondern nach einer diplomatischen Lösung gesucht.

Der Freundeskreis der alten Klosterbibliothek der Augustiner Chorherren in Klausen hat bereits 2012 eine vierteilige Kartenserie zu der Schlacht von Klausen erworben. Auf ihnen ist der Heereszug von Mainz nach Klausen und Trier zu sehen. Jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben, weitere Karten zu kaufen.  Dr. Marco Brösch, Mitglied im Freundeskreis, Bibliothekar der Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Cusanus-Instituts in Trier sagt: „Ein Antiquariat aus Bonn hat mit uns Kontakt aufgenommen, weil sie Karten vom Gefechtsfeld an der Salm hatten und fragten, ob wir daran Interesse haben.“ Weiter erklärt er: „Die Karten zeigen die Schlacht aus zwei unterschiedlichen Perspektiven, aus der der französischen und aus der der Reichsarmee.“

Und die Klausener hatten Interesse und kauften die Karten. Bei dieser Gelegenheit konnte auch das Stadtmuseum Simeonstift auf Vermittlung des Klausener Bibliotheksvereins eine dritte Karte im Bonner Antiquariat erwerben, die die französischen Befestigungsanlagen im Jahr 1735 um Trier abbildet und aus einem französischen Adelsarchiv stammt. Bei den Karten fällt auf, dass die französische Karte des Gefechtsfelds sehr viele Fehler hat, beispielsweise bei den Ortslagen. „Das ist sehr ungewöhnlich, weil damals die französischen Topografen zu den führenden Europas zählten“, berichtet Marco Brösch. Die zweite Karte der Reichsarmee ist wesentlich genauer, was daran liegen könnte, dass sich die französischen Truppen nach nur einem Tag vom Schlachtfeld nach Trier zurückzogen. Die Reichsarmee lagerte etwa eine Woche vor Klausen und hatte so mehr Zeit zum Anfertigen der Karten.

Passend zur dritten, vom Trierer Simeonstift erworbenen Karte, hielt Dr. Bernd Röder, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Simeonstifts, in Klausen einen Vortrag zum Thema: „Trier – eine Festungsstadt?“. Darin stellte er die städtischen Befestigungsanlagen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vor.

Wichtig sind die Karten heute noch, weil die Zivilbevölkerung damals sehr gelitten hat. 60 000 Soldaten sind durch die Region gezogen, die Menschen mussten Abgaben bezahlen, hatten Angst vor Übergriffen. Die Franzosen haben beispielsweise Hetzerath und Föhren in Schutt und Asche gelegt. Heute zeugen noch Flurnamen wie „Auf den Heldenfeldern“ oder „Königsfelder“ von den Kämpfen.