Frei nach Hundertwasser

LIESER. In einem Projekt befassten sich die Vorschulkinder der Kindertagesstätte (Kita) Lieser mit Friedensreich Hundertwasser. So beherrschten leuchtendbunte Farben die Kunstwerke "frei nach Hundertwasser", die die Mädchen und Jungen bei ihrer Vernissage ausstellten.

Hundertwasser zu Gast in der Kita Lieser - wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde im Ort. Eltern, Freunde und Schüler der Lieserer Grundschule kamen zur Vernissage, um den "Künstler" und seine Werke hier kennen zu lernen. Und die wurden eindrucksvoll und - fast so schön wie die Originale - präsentiert von den Mädchen und Jungen im letzten Kindergartenjahr. Kita-Leiterin Elvira Herres stellte das Hundertwasser-Projekt vor. Mit Erzieherin Elfriede Scheer befassten sich die Kinder von November bis Ende Februar in ihrem Vorschulprojekt mit dem berühmten Maler, Grafiker, Architekt und Multitalent. So wie sich der kleine Friedensreich Hundertwasser bereits mit sechs Jahren für die Malerei interessierte, so gingen auch die kleinen Lieserer Künstler mit Pinsel und Farbe an die Malarbeit. Denn nachdem sie in der Theorie jede Menge Interessantes über Hundertwassers Leben und Wirken erfahren hatten, beschäftigten sich die Sechsjährigen mit den Werken des österreichischen Künstlers , der in Neuseeland lebte und dort auch nach seinem Tod im Februar 2000 bestattet wurde. Die Mädchen und Jungen übten sich im Nachmalen seiner Bilder - den "Regentropfen" oder Kirchenfenstern - und versuchten sich, wie das berühmte Vorbild, in Selbstporträts. Genau hinsehen und nachmalen oder nachbauen - das bereitete den Kleinen einen Riesenspaß. Hundertwasser hat jede Menge an unterschiedlichsten Gebäuden, darunter Schulen, Kindergärten, Industriehäuser, Autobahnraststätten, Wohnanlagen sowie besonders eindrucksvoll die Kirche von Bärnbach nach seiner bunten, ornamental verschlungenen Kunst gestaltet. Er hat viele Länder der Welt bereist, wussten die Kinder den Besuchern zu berichten. Und was den Nachwuchskünstlern besonders imponierte, war die Tatsache, dass Hundertwasser nicht nur die Pläne für die Häuser machte, sondern oftmals selbst mit Hand anlegte. Pappdächer mit Gras und Moos

Die kleinen Lieserer Architekten machten sich dann selbst ans Werk und ließen aus jeder Menge Kartons, Schachteln und Papprollen unterschiedlicher Größe und Form viele farbenfroh angepinselte Häuser entstehen. Hundertwassers Vorliebe für goldene Zwiebeltürme kamen auch auf den Häusern seiner kleinen Lieserer "Fans" voll zur Geltung. Und ganz nach des Künstlers ökologischem Motto - "was man der Natur wegnimmt, muss man ihr auch wiedergeben" - wurden die Pappdächer mit Gras und Moos gedeckt.

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