Freibad Alf: Hilft jetzt Mainz?

ALF. Seit Jahren kämpft das Freibad Alf ums Überleben. Die hohen jährlichen Defizite kann die klamme Gemeinde, der das 25 Jahre alte Bad gehört, nicht finanzieren. Dass es überhaupt noch betrieben wird, verdankt es einem rührigen Förderverein und der Solidarität einiger umliegender Moselorte. Am Freitag dieser Woche besucht Innenminister Karl Peter Bruch das Freibad. Die Alfer hoffen auf Hilfe aus Mainz.

Das Freibad Arrastal, in einem Seitental der Mosel am Ortsrand von Alf gelegen, gehört zu den schönsten seiner Art an der Mosel. 1981 ließ es die Gemeinde Alf, die damals noch finanzielle Reserven hatte, bauen. Doch 25 Jahre danach kämpft das Bad ums Überleben. Die Gemeinde hat kein Geld mehr, sie kann die alljährlichen Verluste nicht mehr stemmen. Hinzu kommt, dass das in die Jahre gekommene Schwimmbad dringend grundsaniert werden muss. Die Gebäude sind noch einigermaßen in Ordnung, aber die Technik mit den Pumpen, Leitungen und der Wasseraufbereitungsanlage muss erneuert werden. Diese Investition dürfte leicht eine Million Euro überschreiten. Dass das Bad überhaupt noch betrieben wird, verdankt es vor allem dem Förderverein, der, nachdem das Bad vor dem Aus stand, im Mai 2002 gegründet wurde. Rund 200 Mitglieder hat der Verein inzwischen. Er kümmert sich unter anderem um den täglichen Betrieb, bringt das Bad vor jeder Saison in Schuss, pflegt die Anlagen, stellt Personal und sammelt Spenden. Für den Erhalt des Bades kämpft auch die Verbandsgemeinde Zell, die Jahr für Jahr Zuschüsse zahlt. Ebenso die Mosel-Nachbargemeinden Neef, St. Aldegund, Bullay, Zell und Pünderich. Allein Briedel weigerte sich bislang, seine Gemeindekasse fürs Alfer Freibad zu öffnen. Doch in Alf weiß jeder, dass das Freibad nur dann eine Zukunft hat, wenn das Land einen kräftigen Zuschuss für die notwendige Sanierung zahlt. In Kröv, dessen Freibad ebenfalls saniert werden muss, hat das seinerzeit geklappt. Das Innenministerium fördert die rund 1,5 Millonen teure Maßnahme aus einem neuen Strukturprogramm, das speziell für die Erhaltung der Freibäder im Land aufgelegt wurde. Die Sanierung beginnt noch in diesem Jahr. Der Zeller Verbandsgemeinde-Chef Karl Heinz Simon ist schon mehrmals in Mainz vorstellig geworden. Dort hat man für das Jahr 2007 eine Förderung in Aussicht gestellt. Alle, die für den Erhalt des Alfer Freibades kämpfen, hoffen nun auf eine Zusage aus Mainz. Deshalb ist der kommende Freitag von großer Bedeutung. Dann kommt Innenminister Karl Peter Bruch nach Alf, um sich die überörtlich bedeutende Freizeiteinrichtung anzuschauen. Bruch wird am Freitag wohl kaum einen Scheck mitbringen, aber die Alfer hoffen, dass er die Bedeutung des Freibades für das Zeller Land erkennt und dies bei seiner Entscheidung berücksichtigt. Unterdessen gibt es in Alf Überlegungen, das beheizte Freibad in ein Naturbad umzuwandeln. Das wäre günstiger, sowohl was die Grundsanierung angeht, als auch mit Blick auf die Betriebskosten. Am Samstag nächster Woche wird VG-Bürgermeister Simon zusammen mit einer Delegation nach Idar-Oberstein fahren, um sich das dortige Naturbad anzuschauen. Doch die Moselaner werden wohl kaum begeistert sein. Das Idar-Obersteiner Naturbad musste in diesem Jahr mitten in der Saison bereits für mehrere Wochen geschlossen werden. Grund: Im Wasser wurden zu hohe Werte des Bakteriums Pseudomonas festgestellt. Pseudomonas kann bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, Infektionen von Wunden, Atem- und Harnwegen, Lungenentzündungen sowie Sepsis und Herzerkrankungen verursachen. Während die Alfer Ortsbürgermeisterin Mechthild Esser sich durchaus mit dem Gedanken eines Naturbades anfreunden kann, ist Wolfgang Hönnicke vom geschäftsführenden Vorstand des "Fördervereins Freibad Arrastal" klar gegen eine solche Lösung: "Davon halte ich absolut nichts. Das Beispiel Idar-Oberstein zeigt, dass es nicht funktioniert."