Freie Fahrt für Radler

Die Erweiterung der Schleusen Wintrich und Zeltingen-Rachtig hat den Minheimern einen neuen Radweg beschert, für dessen 300 000 Euro teuren Ausbau sie keinen Cent zahlen müssen.

Minheim. Ein neuer Moselradweg, der seiner Bestimmung übergeben wird, ist allein schon eine Feier wert. Die Gemeinde Minheim hat jedoch doppelten Grund gehabt, ein Fest auszurichten. Denn der Radweg, den das Wasser- und Schifffahrtsamts Trier der Ortsgemeinde nun mit allen Rechten und Pflichten übertragen hat, ist nicht nur funkelnagelneu - er hat den Ort auch nichts gekostet. Den Ausbau des bisher lediglich geschotterten Wirtschaftsweges zwischen dem Minheimer Fährkopf und der Schleuse Wintrich hat der Bund übernommen.

Laut Ortsbürgermeister Hans-Werner Mertes hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in den knapp zwei Kilometer langen Streckenabschnitt 300 000 Euro investiert. Ermöglicht wurde das durch die Erweiterung der Schleusen Wintrich und Zeltingen-Rachtig.

Ausgleichsprojekt für die Schleusen



Im Zusammenhang mit den dortigen Arbeiten konnte der Radweg als Ausgleichsprojekt realisiert werden. Die Erweiterung der Schleusen war laut Joachim Gährs, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, notwendig, um der Mosel ihren Platz als internationale Wasserstraße zu sichern.

Ihr Ausbau Mitte der 1960er Jahre sei für ein Transportaufkommen von zehn Millionen Gütertonnen ausgelegt gewesen, erläutert er. Diese Grenze werde jedoch mit 15 bis 16 Millionen Tonnen, die jährlich auf der Mosel transportiert würden, weit überschritten. Ganz zu schweigen von den 5000 "Vorschleusungen" für Fahrgastschiffe, die Jahr für Jahr hinzukämen.

Um diesen Engpässen entgegen zu wirken, erhalte jede der zehn Schleusen zwischen Koblenz und Trier eine zweite Schleusenkammer. Wegen schwieriger Strömungsverhältnisse an der Schleuse Wintrich war ein Teil der dortigen Arbeiten vorgezogen worden. Ziel war die Verbesserung der Einfahrtsituation im Oberen Vorhafen.

Die im Frühjahr 2008 begonnen Arbeiten sind nahezu abgeschlossen. Das Auftragsvolumen von 4,5 Millionen Euro hat auch Arbeiten in der Flachwasserzone "Auf der Obersten Ray" beinhaltet.