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Freiwillige vor! - Viele Vereine sind bei der Säubrennerkirmes vom 14. bis 17. August mit Getränkeständen vertreten

Freiwillige vor! - Viele Vereine sind bei der Säubrennerkirmes vom 14. bis 17. August mit Getränkeständen vertreten

Nicht nur beim Säubrennerfestspiel und beim Festumzug sind Wittlicher und andere Vereine aktiv. Auch einige Getränkestände in der Stadt werden von ihnen betrieben. Für die Kirmesbesucher gibt es hier feste Anlaufplätze, an denen sie Freunde und Bekannte treffen. Für die Vereine selbst ist das eine wichtige Einnahmequelle und der Einsatz fördert die gemeinschaft.

Wittlich. Vier Tage Kirmes bedeuten vier Tage Dienst an den Getränkeständen. Für Vereine ist das nicht einfach zu stemmen, sind doch bis spät in die Nacht viele Schichten zu besetzen. "50 bis 60 Dienste à vier Stunden sind das", sagt Oliver Dillenburg vom Musikverein Wengerohr, der in diesem Jahr erstmals bei der Säubrennerkirmes dabei ist. Der Musikverein hat den Stand auf dem Pariser Platz zwischen den beiden Musikbühnen sozusagen von der Karnevalsgemeinschaft Wengerohr übernommen.Treffpunkt für die Wengerohrer


Dillenburg hofft auf einen guten Umsatz, denn im kommenden Jahr feiert der Verein sein 90-jähriges Bestehen, und da sind die Zusatzeinnahmen durch den Getränkestand ein gutes Polster. Aber weil es eben schwierig ist, so viele Freiwillige für die Standdienste zu finden, möchte Dillenburg im kommenden Jahr mit anderen Wengerohrer Gruppen und Institutionen zusammenarbeiten: "Dann können auch kleinere Vereine mitmachen und der Erlös wird anschließend verteilt". Neben den Einkünften, die für das Vereinsleben wichtig sind, ist der Stand aus Dillenburgs Erfahrung auch immer ein Treffpunkt für die Wengerohrer.
Der gemeinschaftliche Aspekt steht auch für den Karnevalsverein Schääl Saidt im Vordergrund. "Wir haben 80 Leute, die mithelfen", sagt Sabine Theunert, die stellvertretende Vorsitzende. Für sie ist es eine gute Möglichkeit, dass jeder Einzelne sich für den Verein engagieren kann. So übernehmen beispielsweise die jungen Mitglieder der Tanzgruppe "Pepples" eine komplette Vormittagsschicht, bei der sie auch selber die Verantwortung tragen. Der Getränkestand in der Passage beim ehemaligen Freckmann-Geschäft sei ein beliebter Treffpunkt nicht nur für die 50-Jährigen, sagt Theunert: "Wenn ich dahin gehe, treffe ich immer bekannte Leute."Stark vom Wetter abhängig


Das ist bei den Fußballern ähnlich. Marc Teusch vom Wittlicher Sportverein bestätigt, dass es vielfach die gleichen Gruppen und Menschen sind, die sich hier zu bestimmten Zeiten einfinden. Oft seien es Teams von anderen Vereinen, die nach dem Spiel hier ihr Bier trinken. Da der WSV auf dem Gelände der Sparkasse steht, fällt für den Verein keine Standmiete an. Wie viel Geld letztendlich nach der Kirmes in die Vereinskasse fließt, hänge aber stark vom Wetter ab, sagt Teusch. "Ist es zu heiß, gehen viele erst später raus." Und Regen fürchtet er natürlich genauso wie auch andere Vereinsvertreter.
"Für uns ist der Kirmesstand die größte und aufwendigste Aktion im Jahr", sagt Daniel Müller vom Lions Club Wittlich, der seit Jahren einen Bier- und Sektstand in der Neustraße betreibt. Um Geld für soziale Projekte einzunehmen, haben die Clubmitglieder ein anderes Konzept erdacht. Sie verkaufen im Vorfeld der Säubrennerkirmes Bierpatenschaften. Sponsoren zahlen bestimmte Beträge für 30- oder 50-Liter-Fässer und können sich im Gegenzug auf einem Bildschirm am Stand präsentieren. Dort gibt der Lions Club auch Auskunft über die sozialen Projekte, in die der Gewinn von der Kirmes ohne Abzüge fließt. Beim Sekt gibt es eine weitere Besonderheit: Das Etikett wurde gemeinsam mit Förderschulen entwickelt und ein Teil des Erlöses vom Ausschank kommt diesen wieder zugute. Zu den Stammkunden beim Lionsstand gehören unter anderem auch die Sponsoren, die mit Bekannten oder Mitarbeitern hier ihr Bier oder ihren Sekt trinken.WTV ist nicht mehr dabei


Ein weiterer Verein, der bei der Kirmes aktiv ist, ist die Handballspielgemeinschaft Wittlich, die auf dem Sparkassengelände ihren Stand hat. Hier gibt es keine Probleme, genug Freiwillige für die Standdienste zu finden, bestätigt der Vorsitzende Axel Weinand. Und das, obwohl die Mitglieder schon beim Handballcup zwei Wochen zuvor gefordert waren.
Der Wittlicher Sportverein dagegen hat sich mittlerweile aus dem Kirmesgeschehen zurückgezogen. Es sei immer schwieriger geworden, die Standdienste von Freitagabend bis Montagabend zu besetzen, sagt Petra Thetard von der Geschäftsstelle des WTV. Anstatt auf bezahlte Kräfte zu setzen, habe man sich entschlossen, keinen Stand mehr zu betreiben.Extra

Welche Vereine letztendlich einen Getränkestand auf der Kirmes betreiben, kann Jan Mußweiler, der Pressesprecher der Stadt Wittlich, im Vorfeld nicht sagen. Denn auf städtischer Fläche stehen nur der Lions ClubWittlich, der Musikverein Wengerohr und der Musikverein Minderlittgen. Bekannt sind darüber hinaus noch die Clubs, die meist erst kurz vor der Kirmes die Konzession für die Ausgabe alkoholischer Getränke beantragen. "Letztendlich wissen wir erst beim Rundgang am Freitagabend, welche Vereine dabei sind", sagt Mußweiler, weil beispielsweise für einen Saftstand keine Genehmigung der Stadt erforderlich ist. Die Standmiete ist für die Vereine unterschiedlich, je nachdem ob es sich um städtische Fläche oder Privatgelände handelt. nojExtra

Musikverein Minderlittgen: Parkplatz Kranz-Wendel, Musikverein Wengerohr: Trierer Straße/Pariser Platz, Schachclub Wittlich: Schlossstraße (Grundstück Sparkasse), SV Eintracht Sehlem: Kurfürstenstraße (Privatgrundstück), HSG Wittlich: Schlossstraße Eingang Sparkasse, Männergesangverein 1922 Dorf: Pariser Platz (Arkaden Kunsmann), SV Neuerburg 1936: Kurfürstenstraße (Toreinfahrt ehemalig Baustoffe Thiel), SV Wittlich: Neustraße/Ecke Burgstraße (neben Friseur Krebs), Schääl Saidt: Burgstraße (Passage Freckmann/Ausgang Rathaus). (Sachstand bei Redaktionsschluss) noj