Freizeitclub Heidweiler verkauft 16.000 Lose für den guten Zweck

Freizeitclub Heidweiler verkauft 16.000 Lose für den guten Zweck

140.000 Euro: Diese Summe hat der Freizeitclub Heidweiler (Kreis Bernkastel-Wittlich) seit 1987 gespendet. Das Geld stammt aus den Erlösen aus den Tombolas, die der Club traditionell an Kirmessonntag organisiert. An diesem Wochenende folgt die 31. Auflage.

Im Clubraum des Freizeitclubs (FC) Heidweiler türmen sich schon die Pakete mit Staubsaugern, Toastern, Küchenmaschine, Raclette oder anderen Artikeln. Gedacht sind sie für die große Tombola des Vereins an Kirmessonntag (siehe Extra). Es ist die 31. ihrer Art, die der Club organisiert, stolze 16.000 Lose hat der Verein dafür im Vorfeld drucken lassen. Die wird man natürlich nicht nur im kleinen Ort Heidweiler mit seinen rund 180 Einwohnern los: Sie werden in der ganzen Region verkauft, an Arbeitskollegen, Verwandte oder sogar über private Freundschaften bis nach Österreich.

"Den Verkauf haben wir vor Weihnachten gestartet", sagt Vorstandsmitglied Rudolf Ludwig. Dabei helfen neben den rund 60 Vereinsmitgliedern auch Freunde und Gönner des Clubs aus Heidweiler und den umliegenden Dörfern. Und natürlich die Mitglieder von Annas Verein, der krebskranke Kinder und deren Umfeld unterstützt und an den die Reinerlöse der Tombola Jahr für Jahr eins zu eins fließen. Und da sind bis jetzt in den vergangenen 30 Jahren - die erste Tombola wurde 1987 organisiert - stolze 140?000 Euro zusammengekommen. "Je nachdem, wie viele Lose wir verkaufen, spenden wir in jedem Jahr etwa zwischen 4000 und 5000 Euro", sagt Ludwig.

Die restlichen Los-Einnahmen - eins kostet einen Euro - investieren die Freizeitclubber in die Preise. Denn die Spendenbereitschaft von Unternehmen habe in den vergangenen Jahren immer mehr nachgelassen. Ludwig: "Das gibt es mittlerweile fast nicht mehr." In diesem Jahr gibt es unter anderem ein Home-Sound-System, eine Flugreise nach Madeira oder eine Donaukreuzfahrt zu gewinnen.

"Die Preise sind querbeet. Wir schauen auch immer, ob es irgendwo Angebote gibt, und kaufen dann ein", sagt Vorstandsmitglied Volker Schuh. Zwei drei Wochen vorher geht es in die heiße Einkaufsphase, "wenn absehbar ist, was an Losen weggeht und was an Spenden kommt", sagt Johannes Ludwig von den Freizeitclubbern. Neben den Hauptpreisen und diversen Elektro-Artikeln gehören in diesem Jahr auch Fruchtsäfte zu den Preisen. Warum? "Ein Unternehmen hat uns zwei Paletten Fruchtsäfte geschenkt", sagt Rudolf Ludwig.
Und die müssen bis Sonntag nach Heidweiler in die Gemeindehalle transportiert werden, so wie die zahlreichen Kartons aus dem gegenüberliegenden FC-Clubheim, die dann am Kirmessonntag, ab etwa 14 Uhr, verlost werden. Zur Verlosung hat sich in diesem Jahr auch ein besonderer Gast angesagt. Vorstandsmitglied Jupp Scherer konnte ein Fernsehteam nach Heidweiler locken.
Extra

Los geht die Kirmes am Samstag, 21. Januar, mit einem Konzert des Musikers Gloyd Lobster in der Heidelandhalle in Heidweiler. Beginn ist um 20 Uhr. Am Sonntag geht es dann nach dem Hochamt gegen 10.30 Uhr weiter mit dem Frühschoppen, die Tombola startet gegen 13.30 Uhr. Lose können bis kurz vor der Tombola gekauft werden. Am Montag ist gemütlicher Kirmesausklang. Hintergrund

Der Freizeitclub Heidweiler wurde 1979 gegründet. Die erste Tombola gab es 1987. Die Mitglieder wollten dem damals jungen Verein ein soziales Image verleihen. Die Tombola kam so gut an, dass der Verein Lose nachdrucken musste - und seitdem jedes Jahr an Kirmes eine Tombola macht. Neben der Kirmes organisiert der Verein alle fünf Jahre ein Schleppertreffen, das letzte war 2014. Einer der Höhepunkte im Vereinsleben war 2007 die Auszeichnung des Deutschen Fußballbundes mit dem Jugendförderpreis in Berlin. Rudolf Ludwig: "Als unser Laudator Alfred Draxler damals anfing und etwas von einem Dorf mit einer Rübenwaschanlage sagte, wussten wir, dass wir gewonnen haben."