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Frenetisches Klatschen und viele Pausen

Frenetisches Klatschen und viele Pausen

Es war eine außergewöhnliche VG-Ratssitzung: Die Stimmung bei der Ernennung des neuen Thalfanger Verwaltungschefs Marc Hüllenkremer erinnerte an ein Rockkonzert. Der Neue offenbarte allerdings einige Wissenslücken in Sachen Sitzungsleitung.

Thalfang. "Ich ernenne Sie hiermit zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang." Diesen Worten der Beigeordneten Vera Höfner folgte ein langanhaltender, donnernder Applaus des Publikums, begleitet von Pfiffen und Gejohle. Jeder Rockstar hätte sich über einen solchen Empfang gefreut.
Auch Jurist Marc Hüllenkremer grinste. Nur, dass der 33-Jährige nicht mit der E-Gitarre dastand, sondern in schwarzem Anzug und Schlips. Das Schauspiel wiederholte sich in abgeschwächter Form mehrfach: bei der Vereidigung, bei der Ankündigung des abschließenden Umtrunks und bei der Einführung des neuen Verwaltungschefs per Handschlag.
Nach der anschließenden Gratulationsrunde des Rats und der Ortsbürgermeister bedankte sich Hüllenkremer bei allen, die ihm das Vertrauen bei der Wahl geschenkt haben. Er kündigte an, sein Wahlmotto "Mit Bürgern gestalten statt Bürger zu verwalten" umzusetzen und sich von der Frage leiten zu lassen. Ist dies im Sinne der Bürger? An den Rat richtete er den Appell nach Gemeinsamkeit.
Bei der Sitzungsleitung hielt sich Hüllenkremer anschließend ganz mit eigenen Standpunkten zurück. Zuweilen wirkte er unsicher, oft auch ahnungslos. So wusste er beispielsweise nicht, dass über jegliche Anträge auch auf Sitzungsunterbrechung abgestimmt werden muss, suchte immer wieder Rat bei seinem ein-stigen Kontrahenten Michael Suska von der Verwaltung, was zu kleineren Pausen führte. mai