Freud und Leid in den Weinbergen

In den Weinbergen werden momentan Rebstöcke aufgebunden. Dass das viel Arbeit ist, kann eine zehnköpfige Gruppe aus dem Raum Köln/Bonn nachempfinden: Sie waren am Wochenende in Enkirch, um ihrem Wingert-Diplom eine weiteren Schritt näher zu kommen.

Enkirch. Bewaffnet mit einem Bündel Weiden macht sich die Gruppe auf in den Steffensberg: Hier werden die Frauen und Männer im Rahmen ihres Wingert-Diploms am Samstagmorgen lernen, wie man einen Rebstock korrekt aufbindet.
Zweiter Teil


Ulrich Harz und Ingo Maas haben den ersten Teil, das Schneiden, im Winter schon absolviert und waren so begeistert von der Aktion, dass sie gleich eine Reihe von Freunden für den zweiten Teil des Diploms mitmotivieren konnten.
Fluchen und Freuderufe hallen in Enkirch durch die Weinberge: "Ich habs! Mein erstes gebundenes Herz", tönt es von der einen Seite. "Verdammt, das ist kaum zu bändigen", heißt es aus der anderen Ecke.
Aus der Römerzeit


Dabei gibt es einiges zu beachten: Die klassische Einzelpfahlbindung, wie sie diese Weinliebhaber und "Noch-Wingertunerfahrene" einen Vormittag lang erleben, stammt aus der Römerzeit. Ob es ein Herz oder ein Apfel ist, das vermochte keiner zu ergründen. "Moselradform" heißt sie korrekt und wird stets zur Sonne ausgerichtet.
Deutschlandweit einzigartig


Das deutschlandweit einzigartige und für die Teilnehmer kostenlose Wingert-Diplom soll den Gästen des Ortes einen aktiven Einblick in die Arbeit des Winzers zu vermitteln. Das Aufbinden und die Weinlese werden die Teilnehmer im Laufe des Jahres auch noch lernen.
Neun Weingüter beteiligen sich daran und "entlohnen" die Arbeiter je mit zwei Flaschen der Wingertdiplom-Serie, zudem gibt es bei Übergabe des Diploms eine Flasche mit Porträt des Helfers. jo
Weitere Infos gibt es im Internet auf www.enkirch.de