Freudenklänge statt Klagelieder

Seit 30 Jahren werden Schüler an der Mont-Royal-Hauptschule in Traben-Trarbach unterrichtet. Auch wenn es die Hauptschule in dieser Form bald nicht mehr geben soll, sind die Traben-Trarbacher stolz auf das bisher Erreichte. Beim Schulstart am 3. November 1977 wurden 648 Schüler unterrichtet. 30 Jahre später unterrichten 21 Lehrer 176 Schüler in neun Klassen.

Traben-Trarbach. Geht es nach der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD), wird es die Hauptschule als solche bald nicht mehr geben. Schulleiter Egon Heckmann stimmt das traurig, wenn er daran denkt, was die Mont Royal Hauptschule bisher erreicht hat. Seit 30 Jahren unterrichtet er an der Schule, seit 2005 ist er Schulleiter. Der Schwerpunkt der Hauptschule ist der Umweltgedanke. Die Schüler haben eigene Bienenvölker gezüchtet, einen Schulgarten und eine Trockenmauer angelegt. In Kooperation mit dem Forstamt wurden Douglasien entlang der Straße in Richtung Mont Royal gepflanzt. 1996 hat die Schule einen Umweltpreis gewonnen, 1998 bekamen sie von Minister Zöllner den Titel "Ökologische Schule".Derzeit nutzen 117 Schüler das Ganztagsangebot. "Ich habe in dieser Schule eine optimale Förderung erlebt", sagt Schulsprecher Devin Swanson in seiner Ansprache. An der Hauptschule arbeitet eine Sozialarbeiterin. Die Stelle wird vom Ministerium gefördert, denn es handelt sich um ein Projekt für Ganztagsschulen. Neben dem Schulunterricht werden Bewerbercamps für Schüler organisiert, die vor ihrem Abschluss stehen. Zudem gibt es für Schüler und Eltern Beratungsgespräche. Diese schaffen ein gutes Fundament, um später einen Ausbildungsplatz finden.Lob für die Lehrer

Schulleiter Heckmann ist der Kerngrundsatz der Hauptschule wichtig: "Wir versuchen nicht, Schüler zum Abitur zu bringen, sondern wir müssen dafür sorgen, dass sie in die Berufsausbildung gelangen." Mit der abgeschlossenen Lehre besitze jeder Hauptschüler auch die Mittlere Reife und habe alle Chancen der beruflichen Weiterbildung."Ich gehe gern in die Schule", sagt die 13-jährige Katharina Kodra. "Durch unsere Lehrer lernen wir viel Interessantes", freut sich Daniela Gjugjaj, die Bürokauffrau werden will. Die ehemalige Schülerin Deniza Haxhijaj geht jetzt aufs Gymnasium: "Wenn man Interesse zeigt, wird man auf jeden Fall gefördert", lobt sie das Engagement der Lehrer.Kunstwerke von Schülern waren während des Festes in den Klassenräumen ausgestellt. Im Schulgebäude gab es eine Ausstellung zu Klassenfahrten und der Schulgeschichte. Die Schüler verkauften eigenen Honig und selbst gestaltete Künstler-Etiketten. Wein gab es auch dazu, den hatten Winzer gespendet. Eindrucksvoll präsentierte die Projektgruppe eine Modenschau der etwas anderen Art: Die Schülerinnen hatten aus Plastiktüten Kleider kreiert.Auch Ulrich K. Weißgerber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, ist begeistert. "Das Kollegium und die Schulleitung sind sehr engagiert. Wenn die Kinder aus der Schule entlassen werden, sind es selbstbewusste, stolze und fertige Menschen."