Freunde für grüne Ziele

Sie sind beide Gründungsmitglieder der Grünen Jugend im Kreis Bernkastel-Wittlich. Elias Mußler und Simon Adriani trennen elf Jahre, aber in ihrer Sicht auf die Welt sind sie sich einig.

Bernkastel-Wittlich. Im alten Wittlicher Bahnhof hatten sie sich vor gut einem Jahr zusammengesetzt. Fünf junge Menschen, die das Ziel einte, sich für mehr Nachhaltigkeit, Frieden und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Zwei von ihnen waren der heute 15-jährige Elias Mußler und Simon Adriani (26), der damals bereits neun Jahre politisches Engagement in verschiedenen Organisationen hinter sich hatte. In dem einen Jahr seit der Gründung ihrer Kreisgruppe seien die Mitglieder zu einem richtigen Freundeskreis zusammengewachsen, erzählen die zwei.
Kleine Truppe, wenig Aktionen

Foto: (m_kreis )


Mußler ist froh, in der Grünen-Runde Gleichaltrige zu finden, mit denen er sich über politische Themen austauschen kann. "Ich kenne sonst wenige in meinem Alter, die dahingehend ansprechbar sind", stellt der 15-Jährige fest. Simon Adriani bewundert das politische Bewusstsein seines jungen Parteikollegen: "Ich hatte mit 14 sicher andere Sachen im Kopf, als eine Partei-Jugend zu gründen!" Ihn selbst hat mit 16 Jahren die Empörung über die Verschwendung von Steuergeldern in die Politik getrieben. Neben ökologischen Themen hat sich die Grüne Jugend außerdem Friedenspolitik, Chancengleichheit, Umverteilung und eine faire Flüchtlingspolitik auf die Fahne geschrieben. "Auf der Säubrennerkirmes hatten wir auch einen Stand, an dem wir kostenlos veganes Essen angeboten haben", erzählt Mußler. Mit dieser Aktion hätten sie auf das Problem des Fleischkonsums und seiner Folgen aufmerksam machen wollen. Adriani sagt, es sei gerade die freie Meinungsäußerung, Individualität und die Möglichkeit, Dinge selbst zu gestalten und auch gehört zu werden, die für ihn politisches Engagement bedeuteten.
Auch in der Bernkastel-Wittlicher Kreisgruppe würden die beiden gerne mehr Aktionen machen. Aber mit ihrer kleinen Truppe hätten sie kaum die Kapazität dafür, bedauert Elias Mußler: "Wir versuchen immer, möglichst alle zusammenzubekommen. Das macht die Terminabsprachen natürlich schwierig."
In seinem aktuellen Lebensabschnitt erhitzt aber noch ein ganz anderes Thema das Gemüt des 15-jährigen Schülers: "Dass Schule heute noch so aussehen muss, dass Schülern regelrecht der Spaß am Lernen genommen wird! Durch den andauernden Leistungsdruck und die früh geschürten Zukunftsängste werden junge Menschen bereits depressiv. Ich finde das verantwortungslos." Simon Adriani nickt. Die Lehramt-Laufbahn hat er nicht ohne Grund eingeschlagen. Wenn er dann vor seiner Klasse steht, wird er sicher nicht zuletzt von Nachhaltigkeit, Frieden und sozialer Gerechtigkeit sprechen. hebe