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Politik
Fridays for Future: Demos gehen weiter

 An den beiden Demos in Bernkastel-Kues haben sich Schüler und Studenten beteiligt.
An den beiden Demos in Bernkastel-Kues haben sich Schüler und Studenten beteiligt. FOTO: Christoph Strouvelle
Bernkastel-Kues. Nach zwei Freitagsdemos in Bernkastel-Kues soll in Zukunft einmal im Monat demonstriert werden. Veranstalter Anton Wolf zieht eine erste Bilanz und kritisiert, dass die Demo nicht über die Cusanusstraße gelaufen ist.Die Kreisverwaltung weist die Kritik zurück. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

„Wir haben bis jetzt zwei Demos erfolgreich gemacht, wollen das aber vorerst aussetzen“, sagt Anton Wolf, Student der Cusanus-Hochschule und Veranstalter der Friday-for-Future-Demonstrationen in Bernkastel-Kues. Die Friday-for-Future-Bewegung fordert Maßnahmen, um den Klimawandel zu stoppen. Deutschland soll demnach die sogenannte „Nettonull“ im Jahr 2035 erreichen – das bedeutet, dass bis 2035 alle im Land verbrauchte Energie aus 100 Prozent erneuerbarer Energie erzeugt werden muss. Damit würden die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens, den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, erreicht.

Die CO2-Steuer: Diese Senkung soll mit einer allgemeinen Steuer erzielt werden, die pro Tonne CO2-Aus­stoß eine Zahlung von 180 Euro vorsieht und damit einen Anreiz schaffen soll, auf CO2-neutrale Energie zu wechseln. Nach einer Hochrechnung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ würden dann Benzin und Diesel möglicherweise im Durchschnitt 50 Cent teurer werden.

Wolf berichtet in einem Brief an den Trierischen Volksfreund von den Schwierigkeiten, für den Umweltschutz zu demonstrieren. Demnach seien am 29. März rund 200 Schüler vom Nikolaus-von-Kues-Gymnasium bis zum Kueser Forum gegangen. Wolf: „Leider ging es nur durch eine Seitenstraße – das Publikum sind einige Rentner, die mit ausdruckslosen Gesichtern den Zug beobachten.“

Der ursprüngliche Plan: Geplant war für den 29. März ursprünglich die Cusanusstraße, die wichtigste Verkehrsader von Bernkastel-Kues. Die Kreisverwaltung begründete die Verlagerung des Demonstrationszuges damit, dass die Cusanus­straße die zentrale Zu- und Abfahrt in die Stadt Bernkastel-Kues darstelle.

Dort seien 15 000 Fahrzeugbewegungen zu verzeichnen, weshalb der gesamte Verkehr großräumig umgeleitet oder alternativ über die Brüningstraße durch eine Anwohner- und Tempo-30-Zone geleitet werden müsste. Zudem sei es schwer, den Schwerlastverkehr umzuleiten, da die Straße eng ist.

Darüber hinaus sei die Brüningstraße Anfahrtsstraße für das Krankenhaus und die Feuerwache. Ein Kollaps der Straße müsse vermieden werden.

 Die zweite Demo: Eine zweite Demo fand am 5. April statt. Auch diese Demo sollte durch die viel befahrene Cusanusstraße führen. Das tat sie dann auch, aber auf dem Bürgersteig. Die Kreisverwaltung begründet den überraschenden Wechsel damit, dass vor Ort entschieden worden sei, den Zug durch die Cusanusstraße, dort allerdings auf dem Bürgersteig, laufen zu lassen, da es sich um eine weitaus geringere Teilnehmerzahl gehandelt habe.

Auf TV-Nachfrage bestätigt Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung, dass die beiden Versammlungen, stattgefunden hätten. Für die erste Versammlung sei beantragt worden, nach einer kurzen Kundgebung auf dem ZOB am Schulzentrum über die Cusanusstraße zum Forumsparkplatz zu gehen. In einem von der Versammlungsbehörde zusammen mit Vertretern der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues und der Verbandsgemeindeverwaltung Bernkastel-Kues geführten Kooperationsgespräch sei daraufhin eine alternative Zugstrecke über die Brüning- und Mozartstraße zum Forumsparkplatz beschlossen worden.

Follmann: „An der Versammlung nahmen rund 200 Personen, überwiegend Schüler, teil. Sie verlief friedlich und ohne jegliche Zwischenfälle.“

Über den Bürgersteig: Die zweite Demonstration sei im Anschluss für den 5. April angemeldet worden, diesmal über die Cusanus­straße, Moselbrücke zum Vorplatz (Pavillon) bei der Verbandsgemeindeverwaltung. Follmann: „Da der beantragten Streckenführung nach Abstimmung mit der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues und der Verbandsgemeindeverwaltung Bernkastel-Kues nicht entsprochen werden konnte und das geführte Kooperationsgespräch nicht zu einer Einigung auf eine Alternativroute führte, wurde im Rahmen einer versammlungsrechtlichen Entscheidung die Zugstrecke Brüningstraße, Mozartstraße, Forumsparkplatz, Bahnhofstraße, Moselbrücke und B 53 bis Pavillon bei der Verbandsgemeindeverwaltung festgelegt.“ Zum Zeitpunkt des Beginns der Versammlung seien allerdings nur knapp 20 Personen, überwiegend Studenten der Cusanus Hochschule, anwesend gewesen. In Absprache mit der Polizei und der Verbandsgemeindeverwaltung sei genehmigt worden, dass die ursprünglich beantragte Strecke begangen werden könne, allerdings angesichts der geringen Teilnehmerzahl über den Bürgersteig.

Anton Wolf will trotz der gesunkenen Teilnehmerzahl weiter für den Klimaschutz kämpfen: „Wir werden versuchen, die Demos einmal im Monat stattfinden zu lassen.“