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Friedensangebote und rosarote Brillen

Friedensangebote und rosarote Brillen

Widerstand zwecklos - alle Macht den Möhnen. In Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach sind die Herrschenden seit gestern entmachtet und die Kassen geplündert. Und auf dem Speisezettel steht Erbsensuppe.

 Nichts mehr drin: Die Bernkasteler Möhnen haben die Stadtkasse geplündert. TV-Foto: Clemens Beckmann
Nichts mehr drin: Die Bernkasteler Möhnen haben die Stadtkasse geplündert. TV-Foto: Clemens Beckmann
 Das Kröver Prinzenpaar freut sich auf die Erbsensuppe. TV-Foto: Hans-Peter Linz
Das Kröver Prinzenpaar freut sich auf die Erbsensuppe. TV-Foto: Hans-Peter Linz
 Die Wehlener Möhnen und Bürgermeister Ulf Hangert schauen mit rosaroten Brillen in die Welt. TV-Foto: Clemens Beckmann
Die Wehlener Möhnen und Bürgermeister Ulf Hangert schauen mit rosaroten Brillen in die Welt. TV-Foto: Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues/Traben-Trarbach/Kröv. "Happy Birthday to you, zum Geburtstag viel Glück" singen die Bernkasteler Möhnen bei der Erstürmung des Amtssitzes von Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Gibt es eine neue Fastnachtshymne? Nein! Port hat am Mittwoch seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die Möhnen gratulieren, bevor sie die Krawatten der Männer kürzen und die Herausgabe der Kasse fordern. Port hat am Vortag offenbar heftig gefeiert. Früher kämpfte er um die Kasse, am Weiberdonnerstag übergibt er den Schlüssel freiwillig. Die leeren Spardosen, mit denen die Möhnen beim Einzug geklimpert haben, bekommen erste Nahrung. Die Frauen ziehen anschließend in Geschäfte und Betriebe und fordern auch von Autofahrern Wegezoll. Was sie am Abend gesammelt haben, kommt immer einem wohltätigen Zweck zugute. Ein paar Häuser weiter fallen die Wehlener Eulen ein. Bürgermeister Ulf Hangert setzt eine rosarote Brille auf und erzählt, dass die Menschen einfach eine solche Sehhilfe nutzen sollen, wenn sie Probleme haben oder sich um die Geschehnisse in der Welt ärgern. Er hat auch gleich einen Satz Brillen mitgebracht und verteilt sie unter den Eroberern. Zu denen gehört auch wieder eine Abordnung der Rosenbergschule.In Traben-Trarbach läuft die Übernahme der Herrschaft bilderbuchmäßig. Was soll aber auch Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus anderes tun, als zu kapitulieren, wenn die Narren von zwei Seiten ihr Rathaus samt Touristinformation im Alten Bahnhof stürmen? Von einer Seite kommt das Prinzenpaar mit großem Gefolge, von der anderen Seite die Kita Traben mit Erzieherinnen und vielen Kindern. Da ist nichts mehr zu machen. Pönnighaus hat sich auch schon auf die Niederlage eingestellt und als Friedensangebot vorsorglich Sekt und Appetithäppchen bereitgestellt. Das kommt bei den neuen Herrschern im Regierungsviertel auch gut an. Dafür gibt es auch ein Küsschen für die Stadtbürgermeisterin. Währenddessen stärkt sich das Prinzenpaar von Kröv, Sonja I. und Wolfgang II., bei der traditionellen Erbsensuppe, die die Kröver Möhnen dem närrischen Volk bereiten.volksfreund.de/karneval