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Weinfest der Mittelmosel: Friedliche Demo statt Fest-Umzug in Bernkastel-Kues

Protest für Brauchtum : Demo beim Weinfest der Mittelmosel: Der Umzug anstelle des Umzugs

Die Stadt Bernkastel-Kues hat den Festumzug beim Weinfest der Mittelmosel abgesagt – wegen der neuen gesetzlichen Sicherheitsauflagen. Stattdessen machten sich deswegen am Sonntag nach Polizeiangaben etwa 100 Demonstranten auf den Weg, um sich für die Erhaltung des Brauchtums stark zu machen.

Kein Festumzug beim Weinfest der Mittelmosel: Diese Nachricht enttäuschte alle, die sich auf das bunte Spektakel gefreut hatten. Und so rief eine Gruppe namens „Brauchtum muss leben“ für Sonntag zur Demonstration auf.

Rund 100 Menschen nahmen nach Angaben der Polizei Bernkastel-Kues daran teil, die Inititatoren sprechen von nahezu 150. Die Demonstrierenden machten sich um 14 Uhr auf den Weg vom Feuerwehrhaus Bernkastel zum Ziel am Kueser Forumsplatz.

Die Demo, sagt Johannes Kappes, Chef der Polizeiinspektion Bernastel-Kues, verlief „absolut unproblematisch und ruhig – aber mit Trompeten und Pauken“. Die meisten der Teilnehmenden seien, wie von den Initiatoren gewünscht, in Tracht gekleidet gewesen. „Und dadurch, dass die Innenstadt insgesamt gut besucht war, hatte das schon eine Öffentlichkeitswirkung“, sagt Kappes.

Weinfest der Mittelmosel: Friedliche Demo statt Fest-Umzug in Bernkastel-Kues
Foto: Hans Kraemer

„Wir waren vom Grundsatz her sehr zufrieden“, sagt Mitorganisator Jürgen Heinisch. „Und wir hatten den Eindruck, dass die Zuschauer an der Strecke es sehr begrüßt haben, dass wir da aufbegehren. Es geht ja darum, dass solche Feste, nicht nur in Bernkastel, auch in Zukunft Bestand haben.“

Hintergrund ist das neue Polizei- und Ordnungsbehördengesetz des Landes (umgangssprachlich auch „Veranstaltungsgesetz“), im vergangenen Jahr beschlossen und von vielen Kommunen, weiteren Veranstaltern und von der Opposition im Landtag bereits kritisiert: Es geht zwar im erneuerten Gesetz, speziell im Paragrafen 26, darum, Gefahren zu minimieren. Die verschärften Auflagen, zu denen auch ein frühzeitiges Vorlegen von umfassenden Sicherheitskonzepten gehört, sehen viele aber als kaum umsetzbar an.

In Bernkastel-Kues hätte außerdem die gesamte Strecke des Festzugs mit Schutzgittern versehen werden müssen. Die Stadt beschloss deswegen im Frühjahr, den Umzug abzusagen.