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Frisch gekochtes Essen für Schüler zu teuer

Frisch gekochtes Essen für Schüler zu teuer

Viel Neues zur Realschule plus in Salmtal: Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land hat die Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule beschlossen, einem Mensa-Entwurf zugestimmt und die Sanierung der Schülertoiletten vereinbart. Strittig waren die Beheizung der Mensa und die Frage, ob das Essen frisch zubereitet werden soll.

Salmtal. Beim Essen hörte im Verbandsgemeinderat Wittlich-Land die Einigkeit auf. Denn die dreiköpfige FDP-Fraktion, allen voran Rita Wagner, warf bei der Diskussion um den Neubau der Mensa an der künftigen Integrierten Gesamtschule Salmtal die Frage auf, ob das Essen nicht doch frisch vor Ort zubereitet werden solle. Derzeit ist lediglich eine kleine Küche vorgesehen, in der entweder warm angeliefertes Essen ausgegeben oder vorgekochtes und dann heruntergekühltes Essen ("Cook and Chill" genannt) im Heißluftofen erwärmt wird.

"1,7 Millionen Euro und kein Platz, um Obstsalat zuzubereiten!", entfuhr es Wagner. Ihre Argumente für frisches Essen: Es schmecke besser, es sei ab 200 Portionen günstiger, es verbrauche weniger Energie als die vorgekochten Speisen, man mache sich damit nicht abhängig von wenigen Lieferanten und könne den Kindern nahebringen, wie Lebensmittel zubereitet würden. Wagner plädierte dafür, eine frische Küche als Wettbewerbsvorteil zu sehen. Bei Bürgermeister Christoph Holkenbrink und den übrigen Ratsfraktionen stieß Wagner auf wenig Zustimmung. Holkenbrink verwies darauf, dass der Haupt- und Finanzausschuss die Frischkost einstimmig abgelehnt habe. Hauptargument: 300 000 Euro Mehrkosten für eine größere Küche mit Kühl- und Lagerräumen seien zu viel.

Der VG-Chef führte an, dass angeliefertes Essen in den meisten Schulen der Region gängige Praxis sei und auch schmecke. Die Kosten seien mit bis zu 3,50 Euro konkurrenzfähig.

Kochenlernen könnten die Schüler in der Schulküche. Einen Nachteil der Frischküche sieht Holkenbrink im Personal. "Falls schlecht gekocht wird, ist es schwieriger den Koch loszuwerden, als sich scheiden zu lassen", sagte er.

Die FDP begnügte sich schließlich mit der Feststellung, dass es mittelfristig möglich sei, eine große Küche an die Mensa anzubauen und stimmte wie alle anderen Fraktionen dem Entwurf zu. Den hatte der Dreiser Architekt Daniel Spreier vorgestellt. Für 1,68 Millionen Euro soll bis Anfang kommenden Jahres, wenn es gut läuft, ein quadratischer Flachdachbau mit Schallschutz und Fenstern zwischen Stadion und Schule entstehen. Der Bau soll Raum für 160 Mensa-Sitzplätze und zwei Ganztagsschulräume bieten. Durch eine Trennwand ist das Gebäude flexibel nutzbar. So können auch Veranstaltungen wie Schulfeste, Entlassfeiern und Theateraufführungen mit bis zu 450 Menschen stattfinden.

Die Fassade der Mensa soll mit rot-lasierten Keramikplatten verkleidet werden. Die Frage der Mensaheizung wurde nach längerer Diskussion vertagt. Besonders Manfred Hower (FWG) hatte die geplante Ölheizung, die die vorhandene Holzhackschnitzelheizung lediglich in Not- und Spitzenzeiten ergänzen soll, in frage gestellt.

Bis zur nächsten Sitzung wird berechnet, wie teuer umweltfreundlichere Alternativen wie eine Pelletheizung sind.

Einig war sich der Rat wiederum bei der Sanierung der Schülertoiletten. Für rund 197 000 Euro werden diese rundum erneuert.

Schnell hatte der Rat auch der Umwandlung der Realschule plus in eine Integrierte Gesamtschule zum August 2011 zugestimmt, dies war nur noch eine Formsache.