Frischer Blick bringt neue Themen in die Stadtpolitik

Frischer Blick bringt neue Themen in die Stadtpolitik

Vor drei Jahren wurde Wittlichs erstes Jugendparlament gewählt. Die Amtszeit ist vorbei. Bevor das zweite kurz Jupa genannte Gremium an die Arbeit geht, ziehen die Vorreiter Bilanz für den Stadtrat.

Wittlich. 15 junge Menschen und viele Ideen: Das war der Beginn. 2010 nahm Wittlichs erstes Jugendparlament die Arbeit auf. Das war gar nicht so einfach. Tobias Müllers vom Jupa Nummer eins erklärt dem Stadtrat warum: "Der Start war schwerer als gedacht. Wir mussten uns und alles erst kennenlernen und zum Beispiel feststellen, dass das Thema Kino für uns eine zu große Aufgabe ist."
Neue Kontakte und Erfahrungen


Andere selbst gestellte Aufgaben haben sie gemeistert: Seit drei Jahren organisieren sie Bands als Vorprogramm fürs Kino-Open-Air, konnten Schulbusprobleme erfolgreich klären, bringen sich im Wittlicher Jugendnetz und im Beirat des Hauses der Jugend ein, bieten Infostände, sensibilisieren für Themen wie Homosexualität, körperlich beeinträchtigte Menschen, Rassismus.
Auch eigene Veranstaltungen haben sie auf die Beine gestellt, wie zum Beispiel die Beachparty mit 1000 Besuchern.
"Dafür wurden allein zehn Tonnen Sand im Stadtpark verteilt, dafür braucht man natürlich Helfer. THW und Stadtwerke haben immer super Arbeit geleistet. Deshalb bedanken wir uns nochmals bei allen unseren freiwilligen Helfern und auch Sponsoren", sagt Müllers.
Er sagt in diesem Zusammenhang auch: "Ohne das Haus der Jugend hätte es das Jupa so nicht gegeben. Das hat uns sehr unterstützt. Jetzt sind wir gespannt auf die zweite Amtszeit."
Als positive Erfahrung nach drei Jahren werden die Entwicklung der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung genannt, die Möglichkeit, Einblick in die Stadtpolitik zu bekommen, das Mitwirken an verschiedenen Projekten, die neuen Kontakte und Erfahrungen, die man gewonnen habe auch im Bereich Organisation und Teamarbeit. Auch Negatives wird genannt: Aus Jupa-Sicht gab es zu wenig Entgegenkommen von den Jugendlichen selbst und "internes Im-Weg-Stehen innerhalb des Jupas".
Die Abschlussbilanz kommentieren die erwachsenen Stadtpolitiker durchweg begeistert. Bürgermeister Joachim Rodenkirch: "Das nötigt einem Respekt ab. Dann ist mir nicht bange um Gemeinwesen und Demokratie." Michaele Schneider, CDU: "Super Leistung, ganz professionell. Macht weiter so." Nadine Zender, SPD: "Wir wollen euch ganz herzlich für eure Arbeit danken." Karl-Heinz Grünfelder, FDP: "Mit der Basis, die ihr geschaffen habt, kann die nächste Einheit gut weiterarbeiten." Und Adelheid Wax, Grüne: "Ihr habt euch um Themen gekümmert, die nicht so im Politik-Alltag zu Hause sind und Mut gemacht."
Dass das erste Jupa seine Zielgruppe erreicht hat, belegt die Präsentation einer Auswertung von facebook-Aktivitäten: "Wir erreichen besonders die 13- bis 17-Jährigen und auch die 18- bis 24-Jährigen und die meisten sind aus Wittlich", so Tobias Müllers. Die Einzigen, die das Jupa nicht erreicht hat: Die Skater, mit denen es auf der Anlage beim Stadthaus immer mal wieder Probleme gab: "Wir haben drei Treffen organisiert, es kam jedoch keiner." sos

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