Frischer Wind im Offenen Kanal

WITTLICH. Es weht ein frischer Wind im Offenen Kanal (OK): Das leidige Lizenzprüfungs-Verfahren ist abgeschlossen, ein neuer Vorstand installiert. Einmal pro Woche ist zudem eine Medienpädagogin für Jugendliche und Lehrer vor Ort.

"Damit steht der Offene Kanal auf soliden Füßen", sagt der neue Vorsitzende des Trägervereins, Hermann-Josef Haller. Erleichtert ist er samt den anderen Vorstandsmitgliedern, denn hinter ihnen liegt ein aufgeregtes Jahr. Die Landesmedienanstalt LPR hatte nach dem plötzlichen Rücktritt des ehemaligen Vorsitzenden Rolf Graf Ende des Jahres 2003 ein Lizenzprüfungs-Verfahren eingeleitet, das sich über viele Monate hinzog. Mithilfe eines intern im OK gebildeten Arbeitskreises zur Klärung der Vorwürfe hat der Verein diese inzwischen aus der Welt schaffen können: Eine Vermischung diverser Interessen finde nicht oder zumindest nicht mehr statt, davon ist die LPR überzeugt.Jugendredaktion geplant

OK-Mitglied Holger Günter, der sich mit einer Firma im Medienbereich selbstständig gemacht hatte, ist aus den Räumlichkeiten im Dachgeschoss des Hauses der Jugend ausgezogen. Haller: "Es existiert heute auch eine reguläre Mietvereinbarung mit der Stadt." Die ist Vermieter der neuen Bleibe des OK, der aus dem alten Bahnhofsgebäude heraus musste. Seit September gibt es ein neues Gesicht im OK: Jeden Montag steht die Medienpädagogin Diemut Stöcker, die bereits Medienprojekte der Grundschule Friedrichstraße und der Dualen Oberschule betreut, als Ansprechpartnerin für Jugendliche, aber auch für deren Lehrer zur Verfügung. Ihre Arbeitszeiten: von 17 bis 19 Uhr. "Wir werden im neuen Jahr unter der Leitung von Frau Stöcker eine Jugendredaktion aufbauen", stellt Haller weiter in Aussicht. Speziell um das Projekt OK-Radio kümmern sich Sven Wilhelm und Holger Günter. Am ersten Wochenende jedes Monats, immer freitags- und samstagsabends, nehmen die beiden Musikwünsche ihrer Hörer entgegen. Die dürfen ganz spontan anrufen, wer will, kann live mit Günter oder Wilhelm plaudern, Anregungen äußern, Grüße verschicken. Der Clou: Auch noch mitten in der Nacht - die Sendungen laufen open end - darf, wer Lust hat, mit eigenen CDs beim Sender reinschauen und selbst den DJ geben. Allerdings sind die OK-Mitarbeiter verpflichtet, das Copyright auf den mitgebrachten Tonträgern zu beachten. MP3 müssen daher draußen bleiben. Haller: "Dieses Projekt expandiert stetig." Steige das Interesse weiterhin, würden die Sendezeiten wohl ausgeweitet. "Natürlich steht der OK weiterhin allen Bürgern zur Verfügung, die Interesse am Medium Film haben", sagt Haller. Eines sollten diese aber berücksichtigen: Der Trägerverein stelle zwar das zum Filmen benötigte technische Material kostenlos zur Verfügung, er komme jedoch nicht mit eigenen Kameraleuten vorbei. Das Filmen müssten jene übernehmen, die eine Veranstaltung, etwa eine Diskussionsrunde oder einen Festumzug im Bild festhalten und im OK senden möchten.Quizshow in Vorbereitung

Die Einweisung in die Geräte übernähmen immer noch die Mitglieder nach terminlicher Absprache, auch beim Nachbearbeiten des Filmmaterials hülfen die Mädchen und Jungs gerne. Die Aufgabe des Vereins ist laut Haller die Unterstützung in Sachen Medienkompetenz, nicht die Abrufbarkeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch der Vorsitzende selbst schneidert an manchen Ideen. Gerade stehe er in Verhandlungen wegen einer Sendung nach dem Vorbild von "Wetten dass...?". Die Aufzeichnung soll auf der Marktplatz-Bühne am Kirmessonntag stattfinden. Gegeneinander antreten sollen Prominente aus Bernkastel-Kues und Wittlich. Die OK-Sendezeiten: dienstags ab 18 Uhr. Das aktuelle Programm sowie ein umfangreicher Veranstaltungskalender mit Terminen aus der Region sind immer im Rolltitel nachzulesen.