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Stadtenwicklung: Frisches Obst für Wengerohr: In Wittlicher Stadtteil entsteht ein Bürgergarten

Stadtenwicklung : Frisches Obst für Wengerohr: In Wittlicher Stadtteil entsteht ein Bürgergarten

In Wittlichs größtem Stadtteil wird im kommenden Jahr ein Garten für alle Bürger angelegt. Auf 9000 Quadratmetern werden allein 40 bis 50 verschiedene Obstbäume angepflanzt. Dazu kommen Beerenobst, ein Nussgarten und eine Kräuterschnecke.

Man kann sich schon vorstellen wie es in ein paar Jahren aussehen könnte, wenn sich Leute verschiedenen Alters in einem parkähnlichen Gelände treffen, um Obst zu ernten und anschließend im Jugend- und Bürgerhaus Marmelade zu kochen. Nach der Arbeit wird man gemeinsam draußen sitzen, sich die frischgekochte Marmelade auf eine Scheibe frisches Brot streichen und dazu einen Viez der Wengerohrer Viezbrüder trinken...

Doch soweit ist es noch nicht. Allerdings sind die Pläne für einen solchen Garten schon fertig. Verschiedene Themenschwerpunkte sind vorgesehen. Ein Beerenobstgarten, beispielsweise mit Blau-, Brom- und Himbeeren, Josta sowie Tafeltrauben wird entstehen. Im Wildobstgarten wird man Berberitze, Esskastanien, Felsenbirne, Holunder, Kartoffelrose, Kornelkirsche, Maulbeeren oder Ölweide finden können. Esskastanie, Haselnuss und Walnuss ist für Nussliebhaber ein Anziehungspunkt und etwa 40 bis 50 verschiedene Obstsorten werden im Streuobstgarten wachsen. Eine Kräuterschnecke vervollständigt die Anlage. Im Garten sollen die Besucher einiges lernen können, ein besonderes Extra soll ein offenes Klassenzimmer werden, wo Kinder mit ihren Lehrern – wenn es die Witterung zulässt – an der frischen Luft zu neuen Erkenntnissen in Mathe, Deutsch oder Sachkunde kommen sollen.

Die ersten Ideen zum Garten kamen noch vom ehemaligen Ortsvorsteher Jochen Platz. Sein Nachfolger führt das Projekt nun weiter. Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich, erklärt: „Die Maßnahme „Obstgarten Wengerohr“ wird von der Stadtverwaltung geplant und dann in das Ökokonto aufgenommen.“

Wichtig ist Ortsvorsteher Matthias Norbert Linden, dass es einen Rundweg geben wird, den auch beeinträchtigte Menschen nutzen können. Zudem könne der Garten dazu beitragen, den dörflichen Charakter Wengerohrs zu stärken. „Hier können sich alle Generationen treffen und ins Gespräch kommen, Menschen, die schon immer hier gelebt haben und Neubürger“, sagt er.

Naturnah soll der Garten sein – ohne Chemie. Angelegt wird er von einer Firma. Bei der Pflege sind die Stadt beim Baumschnitt und die Wengerohrer Bürger bei weiteren Arbeiten gefragt. „Ich hoffe, dass interessierte Bürger von sich aus kommen und sich einbringen. Bei dem ein oder anderen kann ich mir auch vorstellen, dass ich mal vorsichtig nachhöre, ob Interesse besteht.“ Weiter sagt er: „Dabei denke ich etwa an die Viezbrüder, die hier im Ort sehr aktiv sind.“

Der Wengeroher Obstgarten ist nicht der einzige in der Stadt Wittlich. In Bombogen gibt es schon seit 2016 einen Naschgarten, in dem 75 schützenwerte Obstsorten, vor allem Apfelsorten, gepflanzt wurden. Ortsvorsteher Mario Wellenberg berichtet: „Der Obstgarten wird gut angenommen. Die Bäume tragen vereinzelt schon Früchte, und die Kinder der Kindertagesstätte bedienen sich gerne daran. Grundsätzlich kann sich aber jeder Bürger Obst in haushaltsüblichen Mengen mitnehmen.“ Gepflegt wird die 3000 Quadratmeter große Anlage, die sich zwischen Kirche und Kindergarten befindet, vom Ortsbeirat und dem ehemaligen Ortsvorsteher. Im vergangenen Jahr hat Bombogen sogar einen Klimaschutzpreis für das Projekt gewonnen, der 500 Euro eingebracht hat.