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Frommes Spiel mit humorvollen Einlagen

Frommes Spiel mit humorvollen Einlagen

Rund 130 Zuschauer haben im Pfarrheim Lüxem eine außergewöhnliche Aufführung der Weihnachtsgeschichte erlebt. Bei der Veranstaltung des Vereins für Waldorfpädagogik, des Waldorfkindergartens und der Weggemeinschaft Vulkaneifel wurde das Oberuferer Weihnachtsspiel in donau-schwäbischem Dialekt aufgeführt.

Lüxem/Darscheid. Die wenigsten Zuschauer werden jedes Wort verstanden haben, das auf der Bühne gesprochen wurde.
Aber schon nach wenigen Minuten hatten sich die Erwachsenen an den ungewöhnlichen Dialekt gewöhnt. Elf Laienschauspieler führten das biblische Geschehen in erfrischend anderer Spielweise auf: mit viel Gesang und humorvollen Einlagen, jedoch unter Beibehaltung der frommen Botschaft.
Das kam auch bei den zahlreichen Kindern im Publikum gut an. "Am besten haben mir die Hirten gefallen, weil die so viel Quatsch gemacht haben", erzählt Simon Follmann aus Greimerath. Der Junge hatte viel Spaß, als die Schafhüter getrocknete Apfelstücke zu den Kindern ins Publikum warfen. "Kinder erleben anders", erklärt Regisseur Werner Feilen, warum das Stück trotz Sprachbarriere bei den jungen Zuschauern so gut ankommt. "Sie reflektieren nicht wie die Erwachsenen, sondern erleben alles mit dem Phänomen des Staunens." fsc

Extra

Seit mehr als 20 Jahren führen Freunde, Eltern und Mitarbeiter des Brüder-Grimm-Waldorfkindergartens Wittlich und der Weggemeinschaft Vulkaneifel (Einrichtung für seelenpflegebedürftige Erwachsene)das Oberuferer Weihnachtsspiel auf. Texte und Gesang stammen aus dem 16. Jahrhundert. In Oberufer/Westungarn hatten sich Deutschlandstämmige ihre Sprache, Tradition und Religiosität mit solchen Schauspielen bewahrt. Die Texte sind volksnah geschrieben, im Stil einer schlichten Bauerndichtung, und werden seit etwa 100 Jahren in Waldorfeinrichtungen aufgeführt. fsc